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04.12.2007 
Hedge-Fonds

Eine Branche im Umbruch

von Udo Rettberg

Die seit Jahren boomende Hedge-Fonds-Branche steht vor einer Konsolidierung. Vieles spricht derzeit dafür, dass es zu weiteren Fusionen und Übernahmen innerhalb der Branche kommen wird – nicht zuletzt wegen der Finanzkrise. Sie trennt künftig die Spreu vom Weizen.

Derzeit gibt es weltweit noch rund 9 000 Hedge-Fonds.Lupe

Derzeit gibt es weltweit noch rund 9 000 Hedge-Fonds.

FRANKFURT. Experten sagen, die Zahl global tätiger Gesellschaften werde in den kommenden Monaten kräftig schrumpfen. Peter Clarke, Vorstandsvorsitzender der Man Group, sieht die Gründe hierfür vor allem in der Finanzkrise, bei der zahlreiche Hedge-Fonds-Manager mit ihren Anlagestrategien falsch gelegen hätten.

Hinzu komme, sagt Oliver Schupp, Präsident der Credit Suisse Index in New York, dass sich die Geschäftsmodelle kleinerer Unternehmen durch steigende Anforderungen der Regulierungsbehörden oft nicht mehr tragen. „Zunehmende Regulierung ist mit steigenden Kosten verbunden", sagte Clarke im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Vieles spreche derzeit dafür, dass es zu weiteren Fusionen und Übernahmen innerhalb der Hedge-Fonds-Branche kommen wird, sagt Marcel Giacometti, Präsident des deutschen Hedge-Fonds-Pioniers Auda Advisors. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass Hedge-Fonds-Manager im Gegensatz zu traditionellen Investmentfonds-Managern vor allem erfolgsabhängig bezahlt werden. Die performce-abhängige Vergütung von Hedge-Fonds liegt im Durchschnitt bei 20 Prozent, die Managementgebühr bei etwa zwei Prozent. Ist die Wertentwicklung eines Hedge-Fonds negativ – wie in den Monaten August und November – sind vor allem kleinere Hedge-Fonds-Gesellschaften oft nicht mehr in der Lage, ihre Betriebskosten abzudecken.

In diese Bredouille sind zahlreiche Gesellschaften im Zuge der Finanzkrise geraten. „Dies eröffnet sowohl für Banken als auch für finanziell stabil dastehende Hedge-Fonds gute Kaufgelegenheiten“, sagt Clarke. Der Konzentrationsprozess hat bereits vor einiger Zeit begonnen, als sich Großbanken zunehmend für Hedge-Fonds interessierten. So hat zum Beispiel Morgan Stanley vor einigen Monaten Oxhead Capital Management mit Sitz in Boston übernommen; JP Morgan erwarb den Hedge-Fonds Paloma mit Sitz in Connecticut; Schroders schluckte NewFinance Capital und Legg Mason trat als Käufer der Permal Group in Erscheinung. Von den deutschen Geldhäusern preschte Sal. Oppenheim mit der Übernahme von Integrated Asset Management vor.

„Dieser Trend wird an Dynamik gewinnen,“, sagt Oliver Schupp. Zuletzt hatte die schwedische Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) den britischen Hedge-Fonds Key Asset Management geschluckt. Außerdem stieg die durch Übernahmen bereits stark gewachsene Schweizer Asset–Managers EFG International beim auf Alternativ-Investments spezialisierten britischen Marble Bar Asset Management ein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch die Man Group sondiert den Markt.

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