Auch die Man Group will Kaufgelegenheiten in der Alternativ-Investment-Branche nutzen. Man sei vergleichsweise gut durch die Krise gekommen und habe nach leichten Verlusten im Monat August kräftige Gewinne erzielt – auch im allgemein schwachen Hedge-Fonds-Monat November. „Wir sind in einer glücklichen Lage“, sagt Clarke; denn nur wenige Hedge-Fonds-Gesellschaften würden derzeit über überschüssiges Kapital verfügen. Die Man Group wolle bei der weiteren Konsolidierung der Branche daher eine führende Rolle spielen. Durch die Krise stünden Asset-Manager zum Verkauf. Diese Gelegenheit wolle man nutzen, um sich Zugang zu Kapazitäten anderer Hedge-Fonds-Manager zu verschaffen.
Alfred Gantner, Chef der Partners Group, sieht vor diesem Hintergrund interessante Perspektiven für Übernahmen und Fusionen. „Wir haben das Pulver, um uns einzukaufen“, sagt er. „Ich habe alle zwei Monate neue Angebote auf dem Schreibtisch“, sagt Gantner, der sehr viel Bewegung im M&A-Markt vor allem bei Hedge-Fonds-Dachfonds sieht. Grundsätzlich wolle er eine Transaktion seines Unternehmens nicht ausschließen, konkrete Pläne dafür gebe es aber noch nicht.
Der Billionenmarkt
Anzahl: Weltweit gibt es Schätzungen von Hedge Fund Research zufolge rund 9 000 Hedge-Fonds. Der Anteil der 100 größten Fonds am verwalteten Vermögen beträgt rund 65 Prozent.
Volumen: Nach Angaben des Fachdienstes HedgeFund.net ist das in Hedge-Fonds weltweit investierte Vermögen im dritten Quartal 2007 um 3 ,3 Prozent auf rund 2,68 Billionen US-Dollar gestiegen. Davon entfallen 47,7 (48,2) Prozent auf Dachfonds. Noch 2001 lag das in dieser Anlageklasse investierte Vermögen bei 500 Mrd. Dollar.
Favoriten: Das meiste Geld floss im dritten Quartal 2007 in Hedge-Fonds, deren Anlagestrategie auf die Emerging Markets ausgerichtet ist.
Schließungen: Im Jahr 2004 wurden 296, im Jahr 2005 dann 848 und im Jahr 2006 schließlich 717 Hedge-Fonds geschlossen. Man-Chef Peter Clarke erwartet für dieses Jahr einen Anstieg dieser Zahl auf über 900.

