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23.10.2007 
Interview

„Eine Fusion steht derzeit nicht auf der Agenda“

von Die Fragen stellte Sonia Shinde

WGZ-Bank-Chef Werner Böhnke über die Vertriebsinitiative der Genossenschaftsbanken, das Interesse an der Mittelstandsbank IKB, das Verhältnis zu DZ Bank und die Risiken für sein Institut durch die Subprime-Krise.

WGZ-Bank-Chef Werner Böhnke. Foto: PRLupe

WGZ-Bank-Chef Werner Böhnke. Foto: PR

Frage: Die Volks- und Raiffeisenbanken leiden derzeit unter Ertragsschwächen im Kerngeschäft. Vor allem die Direktbanken machen ihnen schwer zu schaffen. Wie sehen Sie die Genossen im Markt aufgestellt?

Böhnke: Es ist richtig, dass die Erträge wieder steigen müssen. Die Primärbanken bewegen sich in einem umkämpften Markt. Insgesamt ist aber unsere genossenschaftliche Bankengruppe in ihren Kernmärkten gut aufgestellt. Entwicklungsbedarf erkennen wir beispielsweise bei der Nutzung elektronischer Vertriebswege, aber auch in der gezielten bundesweiten Ansprache der Kunden. Die Primärbanken mahnen zu Recht entsprechende Initiativen an, auf die wir reagieren.

Also die Vertriebsinitiative, die sich die WGZ 50 Millionen Euro kosten lässt?

Genau. Der Wettbewerb hat an Intensität zugenommen in der Finanzbranche und wir wollen unsere Primärbanken mit dieser Initiative dort unterstützen, wo wir am meisten Nutzen stiften können, nämlich am Markt. Wir wollen damit auch ein klares Signal für die Arbeit mit unseren Mitgliedsbanken und den Kunden setzen.

Was wollen sie dort genau tun?

Zunächst einmal geht es um die technische Infrastruktur, vor allem um eine Weiterentwicklung des Online-Bankings, die zu unserer Gruppe passt. Und dann entwickeln wir derzeit innovative Passivprodukte. Die ersten könnten wir bereits Ende des Jahres unseren Banken anbieten.

Welche Produkte könnten das sein?

Da sind wir noch in der Abstimmung mit den Primärbanken. Es werden voraussichtlich Zertifikate und Sparbriefe mit Grundverzinsung.

Welche weiteren Maßnahmen sind geplant?

Wir können uns durchaus vorstellen, unsere Banken dabei mit einer Werbekampagne zu unterstützten, so es denn von unseren Anteilseignern gewünscht wird.

Ist dies als Angriff auf die DZ-Bank zu verstehen?

Nein, das wäre doch Unsinn. Wir arbeiten miteinander, und nicht gegeneinander. Es geht hier nicht um DZ oder WGZ sondern um die wirklich drängenden Angelegenheiten unserer Gruppe. Und die Kernfrage lautet: Wir können wir vor dem Hintergrund des sich verändernden Wettbewerbsumfeldes noch mehr aus unseren Marktchancen schöpfen. Das erwarten unsere Kunden von uns.

Die Fusion von DG-Hyp und Münchener Hypothekenbank ist gerade gescheitert, was bedeutet das Ihrer Meinung nach für den Verbund?

Das ist sicherlich bedauerlich, aber zunächst Sache der beteiligten Parteien und ihrer Eigentümer. Wir wollen uns da nicht einmischen. Noch einmal, wir müssen aufpassen, dass wir über strukturellen Fragen des Verbundes nicht unsere Kernaufgaben vernachlässigen, und die heißen Markt und Kunden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ob die Subprime-Krise beendet ist

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