Einschneidende Umstrukturierung: Hypo Real Estate expandiert

Einschneidende Umstrukturierung
Hypo Real Estate expandiert

Drei Jahre und fünf Monate nach seinem Börsengang läutet der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) einen neuen Abschnitt in seiner noch jungen Unternehmensgeschichte ein. Die HRE, die sich bislang auf die Finanzierung gewerblicher Immobilien konzentriert hat, will ihr Geschäftsmodell erheblich verbreitern.

MÜNCHEN. „Wir sind dabei, schon in wenigen Jahren der große deutsche Spezialist für großvolumige Finanzierungen zu werden“, sagte Vorstandschef Georg Funke dem Handelsblatt. Um die Wachstumsdynamik zu erhalten und gleichzeitig die Risikostreuung zu optimieren, plant Funke den gezielten Ausbau der Infrastruktur-Finanzierung sowie der so genannten Asset Based Finance, also der Finanzierung großvolumiger Investitionen jenseits von Immobilien. Außerdem will die HRE das Verbriefungsgeschäft und das Asset Management ausbauen.

Aus diesem Grund hat Funke sein Unternehmen gründlich umstrukturiert und auf die neue Wachstumsstrategie ausgerichtet. Das bislang getrennte internationale und deutsche Immobiliengeschäft wird zusammengefasst und der Vorstand erheblich vergrößert. So bekommt die HRE einen Konzernvorstand für Riskomanagement und einen Vorstand für Asset Management.

Mit dem Umbau zieht Funke die Konsequenz aus dem Geschäftsjahr 2006. Nach der nicht geglückten Übernahme des Frankfurter Erzrivalen Eurohypo, den die Commerzbank der HRE im Winter 2005 im letzten Augenblick weggeschnappt hatte, war der Immobilienfinanzierer aus eigener Kraft stark gewachsen und hatte sein Neugeschäft auf rund 34 Mrd. Euro mehr als erhofft gesteigert. Nun stößt das Unternehmen in seinem klassischen Geschäftsfeld, der mit Eigenkapital unterlegten Immobilienfinanzierung, auf Wachstumsgrenzen.

Das ist umso erstaunlicher, als die HRE im Oktober 2003 als Risikobank von der damals angeschlagenen Hypo-Vereinsbank (HVB) abgespalten und an die Börse gebracht worden war. Mit elf Euro ging die Aktie damals an den Markt, heute ist sie fast das Fünffache wert. Längst ist die HRE fester Bestandteil im Dax, während die HVB von der italienischen Unicredit übernommen wurde und schon in wenigen Wochen endgültig vom deutschen Börsenzettel verschwinden wird. Funke erläutert die künftige Strategie so: „Wenn Sie es richtig machen, dann ist im Großgeschäft eine Rendite von neun bis elf Prozent drin. Wenn Sie mehr haben wollen, dann müssen Sie stärker ins Risiko gehen oder veredeln – durch Securitization oder Syndizierung. Wir haben uns für die letzte Variante entschieden.“ Damit soll die Wachstumsdynamik erhalten werden. „Wir werden uns vom Immobilienfinanzierer zu einem Asset Finance House entwickeln“, sagt der HRE-Chef.

Seite 1:

Hypo Real Estate expandiert

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%