Einem Medienbericht zufolge ist es bei der Wahl eines Ausschusses des Deutsche Bank-Aufsichtsrats
zu einer Blockbildung gegen die Arbeitnehmervertreter gekommen. Die betroffene Gewerkschaft Verdi spricht von einer "Untergrabung der Mitbestimmung".
HB HAMBURG. Bei der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats der Deutschen Bank
ist es einem Medienbericht zufolge zu einem Eklat gekommen. Erstmals hätten sich Arbeitgeber und etliche Belegschaftsvertreter verbündet, um gemeinsam zu verhindern, dass ein Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in einen Ausschuss des Kontrollgremiums gewählt wird, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". In diesen Gremien fallen die wichtigen Entscheidungen, vor allem im mächtigen Präsidial- und im Risikoausschuss.
Dem Blatt zufolge ging auch der Posten des Vizechefs des Aufsichtsrats an Karin Ruck und damit an eine Vertreterin des Deutschen Bankangestellten-Verbandes (DBV), obwohl Verdi im Aufsichtsrat mit vier Mitgliedern die stärkste Fraktion stellt. Das Quartett hat deshalb am vergangenen Freitag an alle Beschäftigten geschrieben. Es habe den Anschein, "dass sich die Deutsche Bank
hier einen Aufsichtsrat nach eigenem Gusto schafft, dass sie keine kritischen Stimmen in wichtigen Aufsichtsratsfunktionen haben will", heißt es laut dem Magazin in dem Brief.
Eine "hochproblematische Rolle" spiele dabei der DBV, der sich von der Kapitaleignerseite instrumentalisieren lasse, die Arbeitnehmerbank spalte und der Bank helfe, ver.di auszugrenzen. Der DBV "untergräbt faktisch das System der Mitbestimmung", hieß es in dem Schreiben weiter.
Der DBV war am Freitag laut Magazin nicht zu einer Stellungnahme bereit. Bei Verdi war am Samstag zunächst niemand erreichbar.

