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12.12.2007 
Zusammenarbeit

Energiebörsen in Leipzig und Paris kooperieren

von Jürgen Flauger

Die Energiebörsen in Deutschland und Frankreich rücken zusammen: Der Aufsichtsrat der Leipziger European Energy Exchange (EEX) billigte gestern ein weitreichendes Kooperationsabkommen mit der französischen Powernext. Kernpunkt: Der kurzfristige Spothandel wird in Paris gebündelt, das Termingeschäft in Leipzig.

DÜSSELDORF. Der Board von Powernext hatte bereits am vergangenen Freitag zugestimmt. EEX-Chef Hans-Bernd Menzel sprach von einer „Riesenchance“, den europäischen Energiemarkt auf Grundlage der Kooperation weiterentwickeln zu können. An dem Gemeinschaftsunternehmen für den Spothandel in Paris sollen EEX und Powernext jeweils die Hälfte halten. An der in Leipzig ansässigenTochter für den Terminmarkt wird Powernext nur einen Minderheitsanteil bekommen.

Mit dem Zusammenschluss wollen die Börsen die Transparenz und Liquidität im Handel mit Energie erhöhen. Zur Zeit gibt es in Europa noch rund 20 Energiebörsen – die sich bei Eigentümerstruktur, Teilnehmern und Produkten stark unterscheiden. EEX und Powernext reagieren auf die anhaltende Kritik an der Preisbildung. Speziell die EEX sieht sich in Deutschland regelmäßig dem Vorwurf ausgesetzt, der Börsenhandel werde von den Energiekonzernen manipuliert, um die Preise im Großhandel hoch zu halten. Zwar wird die EEX scharf überwacht, allerdings treten die großen Versorger wie Eon und RWE sowohl als Käufer wie auch als Verkäufer auf und beherrschen die Stromproduktion. Zudem läuft nur ein kleiner Teil des Handels über die Börse, der größte Teil wird durch bilaterale Verträge abgewickelt.

Die EEX entstand 2002 durch den Zusammenschluss der Leipzig Power Exchange und der Frankfurter European Energy Exchange. Sie sieht sich als größte Energiebörse in Kontinentaleuropa. Inzwischen handeln dort 187 Teilnehmer aus 20 Ländern. Größter Aktionär ist die Terminbörse Eurex mit 23 Prozent, je 17 Prozent gehören der SachsenLB und der skandinavischen Energiebörse Nord Pool. Kleinere Anteile halten die Energiekonzerne Eon und RWE sowie Sachsen und Thüringen.

Bei den Gesprächen mit Powernext war Vorstandschef Menzel wegen der Eigentümerstruktur zunächst auf Widerstände gestoßen. Auch am gestrigen Dienstag zog sich die Aufsichtsratssitzung länger hin als geplant. Zum einen pochten Vertreter Sachsens darauf, Leipzig als starken Standort zu erhalten. Zum anderen sperrte sich die Energiebörse Nord Pool gegen den Zusammenschluss, weil sie um ihren Einfluss fürchtete. Sie soll nun für eine Zusammenarbeit angesprochen werden. In den Spothandel einbezogen werden soll auch die belgische Belpex.

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