Entschärfte Liquiditätsregeln: Banken und Börsen atmen auf

Entschärfte Liquiditätsregeln
Banken und Börsen atmen auf

Weltweit müssen die Banken die Liquiditätsvorschriften erst später voll erfüllen. Außerdem wurden die Regeln entschärft. Märkte und Geldinstitute sind erleichtert und sprechen von einem „positiven Signal“.
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Die Entschärfung der weltweiten Liquiditätsvorschriften für die Kreditwirtschaft sorgt an den Börsen und bei vielen Banken für Erleichterung. Angeführt von Instituten aus Frankreich und Italien sprang der europäische Banken-Index um bis zu 1,7 Prozent auf den höchsten Stand seit 17 Monaten, während die Börsen insgesamt am Montag leicht nachgaben. Die meisten Geldinstitute übersprängen die gesenkten Hürden nun leicht, sagten Analysten. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank legten drei Prozent zu.

Nach Angaben des schwedischen Notenbankchefs Stefan Ingves, der dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht vorsitzt, schrumpft die Liquiditätslücke der weltgrößten Banken dank der Erleichterungen auf rund eine Billion Euro zusammen. Im Schnitt kämen sie nun auf eine kurzfristige Liquiditätsdeckungsquote (LCR) von 125 Prozent.

Mit der LCR wollen die Aufseher dafür sorgen, dass Banken in einer Finanzkrise 30 Tage lang nicht das Geld ausgeht, auch wenn ihre Kunden massiv Einlagen abziehen und sich Banken gegenseitig kein Geld mehr leihen. Dafür muss die Kennziffer bei mindestens 100 Prozent liegen. Zuletzt hatte das Aufsichtsgremium eine Lücke von 1,8 Billionen Euro ausgemacht.

Banken hatten gewarnt, dass sie die Quote nicht rechtzeitig 2015 erfüllen könnten. Aufseher und Politiker fürchteten, dass die Institute den Aufschwung abwürgen könnten, wenn sie zu viel Liquidität bunkern müssten, statt sie zur Kreditvergabe zu nutzen. Nach dem Kompromiss im Baseler Ausschuss reicht den Banken 2015 eine LCR von 60 Prozent, erst 2019 müssen es 100 Prozent sein.

Zudem wird der Kreis der anrechenbaren Instrumente erweitert. Banken wie Societe Generale, Credit Agricole oder auch die Commerzbank kommen nun darum herum, sich mit niedrig verzinsten, sicheren Staatsanleihen einzudecken, mit denen ihnen zweistellige Milliardensummen an Zinsen entgingen.

Die Aufseher erkennen künftig auch Unternehmensanleihen mit schwächerer Bonität, Hypothekenpapiere und unter Umständen sogar Aktien als Liquiditätspolster an. "Die Krise hat gezeigt, dass sich die Liquidität von Staatsanleihen schnell verändern kann und Unternehmensanleihen und Spareinlagen liquider sind als vieles andere", sagte ein Vertreter einer österreichischen Bank, der nicht genannt werden wollte. "Die Entscheidung erleichtert die Kreditvergabe. Die Banken können sich wieder Kunden widmen." Die vor allem in Osteuropa tätige Raiffeisen Bank International sprach von einem "positiven Signal" aus Basel.

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Mehr Entlastung als gedacht

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