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02.09.2008 
Skepsis wächst im Umfeld der Post

Entscheidung zur Postbank steht kurz bevor

von Nicole Bastian, Axel Granzow und Anke Rezmer

Der Postbank-Verkauf steht auf der Kippe: Die wohl entscheidende Sitzung des Aufsichtsrats der Deutschen Post soll Mitte September stattfinden. Viel länger kann Post-Chef Frank Appel nicht warten mit der Entscheidung, ohne seinen Ruf zu schädigen.

Die Zeit drängt für Frank Appel. Foto: dpaLupe

Die Zeit drängt für Frank Appel. Foto: dpa

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Absage von Commerzbank-Chef Martin Blessing war klar: "Ich werde mich in den nächsten Monaten nicht mit irgendwelchen nächsten Konsolidierungsschritten beschäftigen", sagte er auf die Frage, ob denn ein Einstieg bei der Postbank noch denkbar sei. Und fast klang es ein wenig hämisch, als er anfügte, es gebe in der Frage Postbank auch "so viel Volatilität". Mal sei sie im Angebot, mal nicht.

Dabei war es die nach Kundenzahl größte deutsche Privatkundenbank, die den Startschuss zu den Konslidierungsgesprächen unter den Privatbanken gegeben hatte. Erst bei Gesprächen über ein gemeinsames Angebot für die Postbank waren sich Allianz und Commerzbank so nah gekommen, dass es schließlich in der Dresdner-Übernahme endete.

Die Postbank hingegen könnte am Ende gar nicht verkauft werden. Am 12. September trifft sich nach Informationen des Handelsblatts der Aufsichtsrat der Deutschen Post, die 50 Prozent plus eine Aktie an der Postbank hält. Dies könnte bereits die entscheidende Sitzung sein, in der der Rückzieher beschlossen wird. Klar ist, dass Postchef Frank Appel nicht mehr lange mit der Entscheidung warten kann, ohne seinem Ruf zu schädigen.

Im Umfeld der Post ist die Skepsis gewachsen, ob bei den derzeit stark gesunkenen Bankenbewertungen ein Verkauf überhaupt lohnt. An den ehemals anvisierten Preis von zehn Mrd. Euro sei nicht mehr zu denken, heißt es in Finanzkreisen. Schon gar nicht als Barpreis. Die Post hatte auch alternative Übernahmemodelle erwogen. Ob sie sich aber für einen Aktientausch erwärmen kann oder dann lieber die Postbank einfach behält und immerhin der unangefochtene Mehrheitsaktionär bleibt, ist unklar.

Zentrale Frage ist, inwieweit die Deutsche Bank sich erwärmen kann, bei ihren Vorstellungen ebenfalls ein wenig nachzubessern. Unter Händlern in Frankfurt kursieren zumindest die Szenarien, die Deutsche Bank könnte - ganz ähnlich wie bei Commerzbank/Allianz - eigene Aktien des fusionierten Instituts für die Postbank-Anteile bieten. Ähnlich wie die Allianz könnte dann die Deutsche Post in Zukunft von einer Erholung der Bankbewertung profitieren, weil ihre Aktien an dem fusionierten Institut in die Höhe klettern würden.

Doch die Postbank ist schwach kapitalisiert - und die Deutsche Bank ist derzeit nicht gerade in der Stimmung für große Investitionen. Ob die dezidierten Ankündigungen von Commerzbank-Chef Blessing, jetzt mit der Übernahme der Dresdner Bank "die führende deutsche Bank für Privat- und Firmenkunden" zu sein, etwas ändern, bleibt abzuwarten. Den Kurssturz der Commerzbank dürfte die Deutsche Bank auch mit Interesse verfolgt haben.

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