Der Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, Franz-Christoph Zeitler, sah in einem Samstag veröffentlichten Interview vor allem durch die internationale Finanzkrise ebenfalls jedoch durch die in letzer Zeit wieder deutlich höheren Preissteigerungsraten auch den Aufschwung der deutschen Gesamtwirtschaft in Gefahr. „Insgesamt rechne ich damit, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr um rund eineinhalb Prozent wächst“, sagte Zeitler dem wöchentlichen Finanzdienst „Capital Investor“. In ihrer Dezember-Prognose war die Notenbank noch von 1,6 Prozent Wachstum ausgegangen. Die Wachstumsaussichten in Deutschland würden durch die Finanzkrise, die Konjunkturabkühlung in den USA und Preissteigerungen gedämpft. Gerade die jüngsten Entwicklungen gäben Anlass zur Beunruhigung.
„Diese Preissteigerungen, vor allem bei Energie und Rohstoffen, aber auch Dienstleistungen, machen uns Sorgen“, wird Zeitler zitiert. Die Finanzkrise sei „eine ernsthafte Belastungsprobe für das internationale Finanzsystem“. Wie lange die Krise dauere, lasse sich noch nicht vorhersagen.
Zeitler forderte die Vorstände der Banken auf, daran zu arbeiten, das verloren gegangene Vertrauen der Märkte wieder zurückzuerlangen. „Die Banken müssen mit den Risiken transparent umgehen und Problemlösungen möglichst proaktiv angehen.“ Dann sei die Grundlage für eine Rückkehr des Marktvertrauens geschaffen. Der Bundesbank-Vizepräsident warnte vor dem Hintergrund des schwachen Dollars vor einem aus der Politik mehrfach geforderten Verkauf der Gold-Reserven der Bundesbank. „Gold ist neben den Währungsreserven eine wichtige Vertrauensgrundlage für unsere gemeinsame europäische Währung“, sagte Zeitler. Gold sichere offensichtlich Risiken ab, die in Währungen so nicht abgedeckt würden.

