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10.12.2007 
Banken in der Kreditkrise

„Erdbeben im Weltfinanzsystem“

Der Deutschland-Chef von McKinsey erwartet wegen der Kreditkrise noch weitere unangenehme Überraschungen in den Bilanzen der Banken. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagt Frank Mattern, das wahre Ausmaß werde sich vielleicht erst mit Vorlage der Bilanzen für 2007 offenbaren. Mit seinen Bedenken ist er nicht allein.

Ein Händler am 9. August 2007 auf dem Parkett der New York Stock Exchange. Gerade hatte der Dow Jones Index um 300 Punkte nachgegeben. Grund: Eine französische Bank hatte bekannt gegeben, wegen der Subprime-Krise drei Fonds einzufrieren. Foto: dpaLupe

Ein Händler am 9. August 2007 auf dem Parkett der New York Stock Exchange. Gerade hatte der Dow Jones Index um 300 Punkte nachgegeben. Grund: Eine französische Bank hatte bekannt gegeben, wegen der Subprime-Krise drei Fonds einzufrieren. Foto: dpa

ben/egl/kol/mak DÜSSELDORF. So warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem am Sonntag vorgelegten Quartalsbericht, dass nach einer vorübergehenden Entspannung im Oktober wegen der fortgesetzten Wertverluste bei strukturierten Finanzprodukten das Klima auf den Finanzmärkten erneut deutlich verschlechtert habe. Die Experten der BIZ kritisieren dabei insbesondere die mangelnde Transparenz bei den großen Finanzunternehmen. Dies schüre die Angst vor weiter hohen Abschreibungen.

„Das wahre Ausmaß wird sich vielleicht erst mit Vorlage der Bilanzen für 2007 offenbaren“, betont auch der Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey, Frank Mattern, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der bankenexperte spricht von einem „Erdbeben im Weltfinanzsystem“ und sagt: „Nach wie vor besteht die Gefahr, dass Fonds und Banken in größerem Umfang Notverkäufe von Wertpapieren vornehmen müssen, um sich refinanzieren zu können“.

Die Krise hatte begonnen mit massiven Ausfällen bei US-Immobilienkrediten schlechter Bonität. Da diese Risiken aber über komplexe Finanzpapiere und Verbriefungen über die ganze Welt gestreut wurden, wuchs sie sich rasch zu einer allgemeinen Bankenkrise aus. „Weltweit hat die Bankenszene noch nicht alle Risiken gehoben und beziffert, weil diese Produkte und Verträge so unglaublich trickreich und kompliziert sind“, rügt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im „Focus“. Deswegen rechnet auch er damit, dass die Turbulenzen noch lange nicht ausgestanden sind.


Bildergalerie Bild für Bild: Die Opfer der Subprime-Krise


In ungewöhnlicher Deutlichkeit benennt die BIZ, deren Wort als „Bank der Notenbanken“ in der Branche großes Gewicht hat, die Probleme. Zu den „verbleibenden Unsicherheiten bezüglich der Risiken an Subprime-und anderen Kreditmärkten“ verstärkten sich die Befürchtungen, „die Krise am US-Markt für Wohnimmobilien würde sich noch vertiefen und letztlich zu einer Schwächung der gesamten Wirtschaft beitragen“, schreibt die BIZ.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eine neue Welle von Herabstufungen

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