Gegenüber dem letzten Quartalsbericht habe sich der Auftrieb der Kreditsirikoaufschläge mit einem deutlichen Rückgang der Risikotoleranz der Anleger fortgesetzt und sei von den Märkten für zweitklassige Hypotheken auf andere Segmente übergeschwappt, so die BIZ. Dazu passen Meldungen vom Wochenende, dass nach Problemen bei Hypothekendarlehen, Kreditkartenschulden und Autofinanzierungen jetzt auch die Ausfälle bei Studentenkrediten in den USA massiv zugenommen haben. Die Zahl der Kreditausfälle habe in einigen der staatlichen und privaten Programme um teilweise mehr als ein Viertel zugenommen, berichtete das „Wall Street Journal“
Eine neue Welle von Herabstufungen des Ratings von Anleihen mit Immobilienunterlegung habe seit Mitte Oktober eine „zweite Phase einer breiten Marktschwächung ausgelöst“, so die BIZ. Zwischen dem 11. und 19. Oktober hatten Moodys und Standard&Poor’s jeweils rund 2 500 „subprime bonds“ weiter herabgestuft. Davon betroffen war ein Anleihevolumen von 80 Mrd. Dollar. Bei den im letzten Jahr emittierten Anleihen mit Subprime-Hypothekenunterlegung, die ein Rating von AA aufwiesen, haben Investoren nach Berechnungen der BIZ auf marktnaher Bewertung von Ende August bis Ende November 2007 30 Prozent verloren. Projektionen der BIZ suggerieren weiterhin, dass schon kleine Veränderungen in der Performance verbriefter Hypotheken relativ großen Einfluss auf Instrumente am Ende der Verbriefungskette haben können. Dies, so die BIZ-Experten, erklärt einen Teil der vorherrschenden Unsicherheit.
Um dieser Unsicherheit entgegenzuwirken wird das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) heute Richtlinien für die Bewertung und Verbuchung der von der Krise betroffenen Wertpapiere durch die Banken vorlegen. „Wir gehen davon aus, dass dies eine wichtige Hilfestellung für die Institute sein wird", sagt Katrin Rohmann, Partnerin bei der Wirtschafstprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche. Eine wirklich einheitliche Vorgehensweise bei allen Banken wird dadurch jedoch nicht erreicht. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Mueller hatte im Herbst eine Einigung von Wirtschaftsprüfern und Aufsichtsbehörden auf Vorgaben zum Umgang mit der Krise gefordert. Dies lehnen die Behörden jedoch ab. „Das ist wegen der Heterogenität der Wertpapiere kaum möglich“, sagte Adelheid Sailer-Schuster, Direktorin in der Bankaufsicht der Bundesbank. Auch Forderungen, die Aufsicht möge Vorgaben zur Preisfindung bei der Papieren machen, wies sie zurück. „Da muss der Markt entscheiden“, sagte sie.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Lesen Sie hier das komplette Interview mit Frank Mattern.

