5 Bewertungen **
20.08.2008 
Angriff auf Konkurrenz in Asien

Ergo bläst zur Aufholjagd

von Oliver Müller

Auf der Suche nach Wachstum expandiert nach der Allianz nun auch Deutschlands zweitgrößter Erstversicherer nach Osten. „Ein Fokus liegt klar auf Asien", sagt Ergo-Chef Torsten Oletzky im Gespräch mit dem Handelsblatt. Aber auch in Osteuropa will sein Unternehmen, das auf dem Heimatmarkt mit Problemen kämpft, weiter wachsen.

DELHI. Vorstöße nach Lateinamerika oder Afrika sind für den Vorstandsvorsitzenden dagegen kein Thema. Ergo nimmt die Mittelschichten in Schwellenländern zwar viel später als internationale Konkurrenten ins Visier. Aber besonders Asiens aufstrebende Märkte sollen für Ergos Wachstum bald eine tragende Rolle spielen. „In zehn Jahren wird die Region einen wesentlichen Teil unserer Prämien und Erträge beisteuern“, erwartet Oletzky. Analyst Thilo Gorlt von der BHF-Bank ist das zu euphorisch und ein zu langer Zeithorizont. Er traut Ergo aber zu, dass die Versicherung wegen der Bekanntheit der Mutter Münchener Rück in Asien expandiert.

Bei ihrer Offensive trifft die Münchner-Rück-Tochter auf etablierte Konkurrenten, vor allem aus dem angelsächsischen Raum. Versicherer wie Prudential, Lombard, Lloyd, AIG, Met Life oder Axa sind dort seit langem präsent. Der Allianz-Konzern erwirtschaftete in Asien im Vorjahr 8,8 Mrd. Euro Prämieneinnahmen. Zusammen mit Mittel- und Osteuropa waren es 12,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 24 Prozent gegenüber 2006. Zusammen kommen die Wachstumsregionen für fast 13 Prozent der Konzerneinnahmen auf.

Auf den Fersen der Rivalen konzentriert sich Ergo zunächst auf die großen Märkte China und Indien. In Indien wollen die Düsseldorfer in fünf Jahren unter die fünf größten privaten Sachversicherer aufsteigen. Längerfristig ist auch im Geschäft mit Lebensversicherungen eine Top-Fünf-Position das Ziel. Für den schwierigeren Einstieg in China sucht Ergo weiter nach Partnern. Es ist unklar, ob das wie geplant bis Jahresende gelingt. „Wir sind mit zwei, drei Firmen in ernsten Gesprächen“, sagt Oletzky. Ergo will dabei wie in Indien im Management eine gleichberechtigte Rolle spielen.

Dort sind die Deutschen viel weiter: Als erster ausländischer Krankenversicherer starteten sie 2007 mit ihrer Tochter DKV als Partner der Krankenhaus-Kette Apollo. Ein Gemeinschaftsunternehmen mit Indiens führendem Baufinanzierer HDFC im Sachversicherungsgeschäft entwickelt sich nach Angaben von Oletzky gut. Das im Frühjahr geschlossene Joint-Venture im Bereich Leben mit der Hero-Gruppe soll 2009 erste Policen schreiben. Hero ist der größte Motorradhersteller des Landes.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Vorsorgen statt konsumieren  Artikel in Merkliste

04.12.2008

Dies ist keine Zeit für Anschaffungen und Vergnügungen, glauben viele Deutsche. Das geht jedenfalls aus aktuellen Umfragen hervor. Hoch im Kurs steht hingegen die Vorsorge – für schlechte Zeiten und den Ruhestand. Artikel


Anzeige