Die zur Münchener Rück gehörende Versicherungsgruppe Ergo erwartet 2005 durch Kosteneinsparungen eine deutliche Gewinnsteigerung. Vorstandschef Lothar Meyer bekräftigte am Dienstag in Düsseldorf, im laufenden Jahr werde ein Konzernergebnis von etwa 300 Mill. Euro angestrebt, 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite solle um 2,1 Prozentpunkte auf 10 Prozent steigen
HB DÜSSELDORF. „Das operative Ergebnis vor Goodwillabschreibungen wird deutlich über dem Vorjahreswert von 529 Mill. Euro liegen“, fügte Meyer hinzu. Die geplante Gewinnsteigerung werde durch Kostensenkungen, Beitragserhöhungen und einen positiven Beitrag aus Finanzdienstleistungen erreicht.
Die Kosteneinsparungen würden ab 2005 jährlich 300 Millionen Euro ausmachen, erklärte Meyer. Im Innendienst der Gruppe könnten 2005 ähnlich wie im Vorjahr etwa 300 Arbeitsplätze durch neue Strukturen und stärkere Arbeitsteilung wegfallen. Dabei gehe es um das Nichtbesetzen von frei werdenden Stellen, einen Stellenabbauplan mit festen Zahlen gebe es nicht.
Darüber hinaus werde über alle Sparten hinweg ein Wachstum bei den Beitragseinnahmen von vier Prozent erwartet.Wachstumstreiber sollen die Krankenversicherungen sein, wo Ergo ein Plus von 9 Prozent erwartet. Bei der Schaden- und Unfallversicherung will der Konzern trotz der schwierigen Bedingungen auf dem deutschen Markt die Beitragseinnahmen um 3 Prozent steigern. Bei der Rechtsschutzversicherung wird ein Plus von 4 Prozent angestrebt.
Der Vorstand teilte weiter mit, die Aktionäre sollten für das Geschäftsjahr 2004 eine unveränderte Dividende von 0,90 Euro erhalten. Der Überschuss der AG kletterte im Vorjahr den Angaben zufolge auf 88,1 (Vorjahr: 68,2) Mill. Euro. Der Konzern kehrte nach einem Verlust nach Steuern von 1,4 Mrd. Euro in die Gewinnzone zurück. Operativ konnte Ergo 2004 den Gewinn deutlich auf 529 Mill.Euro steigern. 2003 lag er nur bei 7 Mill. Euro. Belastend wirkten damals hohe Steueraufwendungen und Firmenwertabschreibungen.
Nach dem Boom bei den Lebensversicherungen vor allem im Schlussquartal des Vorjahres erwartet Meyer 2005 im Altersvorsorge-Geschäft einen Zuwachs zwischen 1,5 und zwei Prozent. 2005 sei als Übergangsjahr zu betrachten. Die Menschen seien durch die gesetzlichen Neuregelungen und die Vielzahl an Produkten in der Altersvorsorge verunsichert. Mittelfristig sei jedoch mit starkem Wachstum zu rechnen. „Der Altersvorsorgemarkt bietet große Chancen“, sagte Meyer. Und Ergo sei gut positioniert. Ende 2004 erfreute sich die Branche einer großen Nachfrage, da sich viele Kunden noch den Anspruch auf die steuerfreie Auszahlung ihrer Policen sichern wollten.
Meyer fügte hinzu, bei den Krankenversicherungen peile Ergo 2005 Beitragszuwächse von etwa neun Prozent an, bei Schaden- Unfallversicherungen drei Prozent und im Rechtsschutz etwa vier Prozent.
Der Vorstand bekräftigte darüber hinaus, man wolle gegen ein vom Bundeskartellamt verhängtes Bußgeld in den kommenden Tagen Einspruch einlegen. Das Amt hatte in der vergangenen Woche gegen die Konzerntochter Victoria wie auch gegen andere führende Industrieversicherer ein Bußgeld wegen des Verdachtes illegaler Preisabsprachen verhängt. Das Bußgeld für die Victoria bewege sich unter fünf Mill. Euro, hieß es.
Zu ERGO gehören neben Victoria auch D.A.S., DKV und KarstadtQuelle Versicherung.

