Die Erste Bank, Österreichs größtes Kreditinstitut, zieht sich fast vollständig aus dem Versicherungsgeschäft zurück. Wie gestern bekannt wurde, gibt die erste Bank ihre Versicherungssparte an die Wiener Städtische ab.
WIEN. Wie das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen gestern mitteilte, übernimmt die Wiener Städtische („Vienna Insurance Group“) Versicherungsbeteiligungen der Ersten Bank in Zentral- und Osteuropa sowie die Sparkassen-Lebensversicherung in Österreich.
Die Erste Bank rechnet damit, dass sie den Ertrag nach Steuern im laufenden Jahr durch diesen Verkauf um 600 Millionen Euro steigern kann. Vor Steuern überweist die Wiener Städtische knapp 1,5 Milliarden Euro an die Erste Bank. Das Kreditinstitut will mit dem Geld seine Eigenkapitalbasis stärken; nach Angaben des Unternehmens steigt sie zum Jahresende um 70 Basispunkte auf deutlich über acht Prozent. „Jeder soll das Geschäft machen, das er am besten beherrscht“, begründete ein Erste-Bank-Sprecher den Verkauf. Das Kreditinstitut wolle sich jetzt wieder auf das klassische Bankgeschäft konzentrieren. Mit der Wiener Städtischen habe man sich die Versicherung mit dem größten Geschäft in Südosteuropa ausgewählt.
Die Erste Bank gibt jetzt Beteiligungen unter anderem in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Kroatien ab. Diese Tochtergesellschaften beschränken sich auf das Geschäft mit Lebensversicherungen. Nach dem Verkauf an die Wiener Städtische bleibt die Erste Bank mit jeweils fünf Prozent an ihren früheren Auslandstöchtern beteiligt und kann im Zweifel davon profitieren, wenn die Wiener Städtische als neue Eigentümerin das Geschäft in Osteuropa gut macht.
Die Übereinkunft zwischen Erster Bank und Wiener Städtischer sieht gleichermaßen eine enge Kooperation vor. Die Versicherung kann künftig die 2 900 Filialen der Ersten Bank nutzen und ihre Produkte darüber vertreiben. Die Wiener Städtische erhält damit Zugang zu ungefähr 16 Millionen Kunden. Die Erste Bank darf im Gegenzug das Vertriebsnetz der Versicherung nutzen. Dieses Vertriebsabkommen gilt für 15 Jahre.zel

