Die Finanzkrise hat nun auch in Japan ein erstes Opfer in der Finanzbranche gefordert. Das mittelgroße, nichtbörsennotierte Versicherungsunternehmen Yamato Life Insurance meldete nach eigenen Angaben am Freitag Gläubigerschutz an. Die Meldungen waren ein Grund für das herbe Minus des Nikkei von fast zehn Prozent.
HB DÜSSELDORF. Die Verbindlichkeiten bezifferte der Konzern auf 2,7 Mrd. Dollar. Die japanische Regierung sagte direkt nach Bekanntgabe der Nachricht, dass es sich bei dem Lebensversicherer Yamato Life um einen Einzelfall handle. Die japanische Finanzaufsicht nannte als Grund für den Kollaps von Yamato Life Insurance ein „unzureichendes Risikomanagement“.
Kein anderer Versicherungskonzern habe diese Probleme, so die Behörde weiter. Das japanische Finanzsystem sei unverändert stabil und die Banken hätten nicht diese Probleme mit Subprime-Papieren wie einige der US-und europäischen Banken. Auch Marktbeobachter erklärten, der Kollaps von Yamato Life bedeute nicht den Auftakt einer Reihe weiterer Konkurse.
Die Liquiditätsmarge von Yamato Life sei deutlich geringer gewesen als die der Wettbewerberm, auch von nichtbörsennotierten Unternehmen, sagte ein Analyst. Die Investoren sorgten sich nicht, dass auch die Wettbewerber „untergehen“ könnten. Yamato Life liege gemessen an den Vermögenswerten an der 33. Stelle in Japan.
Yamato Life teilte mit, die unerwarteten Verluste bei Wertpapiergeschäften im Zuge der Finanzmarktkrise hätten zu den Problemen geführt. Deswegen sei im ersten Halbjahr per Ende September ein unerwarteter Verlust von 11,04 Mrd. Yen angefallen. Die Verbindlichkeiten dürften nun den Wert der Vermögenswerte übersteigen, sagte ein Manager der Versicherung.

