Ein schwierigeres Marktumfeld könnte jedoch andererseits die Übernahmespekulationen weiter anfachen. Denn noch, so Pricewaterhouse Coopers in einer Studie, geht es den Banken operativ so gut, dass sie sich nicht unbedingt zu Fusionen getrieben sehen. So führte auch die Übernahme der Hypo-Vereinsbank durch Unicredit 2005 nicht zu der erwarteten europäischen Konsolidierungswelle. Analyst Graham betont, dass die Verkäufer, an denen es im Moment mangelt, durch eine Verschlechterung der Branchenlage hervorkommen könnten.
Im vergangenen Jahr 2006 waren die italienischen und französischen Banken am aktivsten mit Zusammenschlüssen. So haben sich die italienische Banca Intesa und Sanpaolo IMI mit einer Fusion zur derzeit siebtgrößten europäischen Bank nach Börsenwert hochkatapultiert. Auf eine Marktkapitalisierung von 100 Mrd. Euro, die in der Branche derzeit als langfristige Mindestmarke für eine globale Großbank gehandelt wird, kommt in Europa aber derzeit immer noch lediglich die britische HSBC.
Die deutschen Banken sind von dieser Marke meilenweit entfernt. Im operativen Geschäft aber haben sie aufgeholt. Die Kosten sinken im Verhältnis zum Ertrag. Während sich Personalkosten erhöhten, führten Effizienzprogramme zu weiter sinkenden Verwaltungskosten in anderen Bereichen, lobt die Ratingagentur Fitch.

