Aufseher Steffen nennt gleich eine ganze Reihe von denkbaren und mögliche Risiken für Versicherer: erstens die Managerhaftpflichtversicherung (D&O). "Falls Manager für die Folgen der Krise haftbar gemacht werden, könnte es zu einer Häufung von D&O-Schäden kommen." Zweitens sei auch über die allgemeine Kreditversicherung eine Ansteckung denkbar.
Drittens ein Dominoeffekt: In den USA sind die auf die Absicherung von Anleihen spezialisierten Kreditversicherer (Monoliner) in die Schusslinie von Ratingagenturen geraten. Diese Spezialanbieter haben Hypothekenanleihen minderer Bonität (Subprime) salonfähig gemacht, indem sie den Verbriefungsvehikeln mit ihrem Versicherungsschutz zu einem besseren Rating verholfen haben.
Das schlage jetzt zurück, so Steffen, eine plötzliche Herabstufung des Kreditversicherers setze die Ratings der entsprechenden Bonds unter Druck - und die lägen wiederum auch in Kapitalanlage-Portefeuilles von Erst- und Rückversicherungsgesellschaften.
Viertens: Rückversicherer könnten zudem durch die Absicherung von Monolinern betroffen sein, wie das Beispiel der Swiss Re zeigt. Der Schweizer Rückversicherungsgigant hat aus zwei solcher Deals einen Verlust von 1,2 Mrd. CHF einstecken müssen. Gleichwohl gebe es in Deutschland bisweilen keine Anzeichen dafür, heißt es in der Branche.
Grundsätzlich könnten fünftens Finanzkonglomerate aus Beteiligungen an von der Krise gefährdeten Banken betroffen sein. Ansteckungswege seien ferner über die Herabstufung von Anleihen, Genussscheinen oder Aktien von Kreditinstituten denkbar.

