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27.09.2008 
Finanzkrise

Europas Banken sehen sich gut aufgestellt

Die europäischen Banken sehen sich für Finanzkrise gewappnet und deutlich besser aufgestellt als ihre US-Wettbewerber. „Es gibt absolut keine Probleme mit der finanziellen Situation der Institute in Europa“, sagte Guido Ravoet, Generalsekretär des europäischen Bankenverbands EBF, der Nachrichtenagentur Reuters.

HB BRÜSSEL. Zwar müssten auch die hiesigen Geldhäuser mit dem Vertrauensverlust der Anleger und damit starken Aktienkursverlusten kämpfen. Doch die Refinanzierung sei dank milliardenschwerer Kundeneinlagen gesichert. Im Gegensatz dazu hätten sich zusammengebrochene US-Investmentbanken wie Bear Stearns oder Lehman Brothers ihre Mittel über den Kapitalmarkt beschaffen müssen. Dies habe die Liquiditätsnöte verursacht.

"Wir sind deutlich weniger von den Turbulenzen an den Finanzmärkten betroffen als die USA", betonte Ravoet. "Die Deutsche Bank beispielsweise hat keinerlei Refinanzierungsprobleme, da sie auch über Kundeneinlagen verfügt." Er räumte allerdings ein, dass Abschreibungen auch europäische Institute zu weiteren Kapitalerhöhungen zwingen könnten. Für die Branche insgesamt sei dies aber unproblematisch. In Europa ist die Schweizer UBS mit Belastungen von fast 30 Mrd. Euro am härtesten von der Krise getroffen. Einige kleinere Institute wie die Düsseldorfer IKB oder die SachsenLB mussten notverkauft werden.

Finanzwerte in Europa sind seit dem Kollaps von Lehman vor knapp zwei Wochen wieder besonders unter Druck. Insbesondere die Aktien des belgisch-niederländischen Finanzkonzerns Fortis sackten zuletzt kräftig ab. Händler sprachen von Spekulationen über Liquiditätsprobleme, die Fortis aber zurückwies. Angesichts dieses allgemeinen Misstrauens hofft der europäische Bankenverband, dass die USA sich schnell auf das geplante milliardenschwere Hilfspaket zum Kauf maroder Hypothekenpapiere verständigen. "Je schneller hier eine Lösung kommt, desto besser", sagte Ravoet.

Er pochte aber darauf, dass auch europäische Banken von dem Programm profitieren müssten. Ausländische Institute dürften nicht ausgeschlossen werden, sagte er und bekräftigte damit Forderungen deutscher Institute. Die USA wollen den Banken faule Hypothekenpapiere im Volumen von 700 Mrd. Dollar abkaufen. Doch der Plan ist im Kongress noch umstritten.

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