Weitere dunkle Wolken am Horizont für Lehman Brothers: Nach Einschätzung einer wachsenden Zahl von Branchenexperten drohen der US-Investmentbank weitere Milliardenverluste. Die Citigroup sagte dem Branchenvierten beispielsweise Abschreibungen von 2,9 Mrd. Dollar für das laufenden Quartal voraus. Außerdem ist die Bank ins Visier der US-Börsenaufsicht SEC geraten.
HB NEW YORK. Lehman kann jedoch nach Einschätzung der Citigroup
einen Verlust von mehr als drei Mrd. Dollar verkraften, ohne auf eine neue Kapitalspritze angewiesen zu sein. Lehman wird seine Quartalsbilanz voraussichtlich Mitte September vorlegen. Medienberichten zufolge hat sich Lehman bereits vergeblich in Südkorea und China um eine Milliardenspritze bemüht.
Die Banc of America erklärte am Donnerstag, unter den Investmentbanken habe Lehman mit 72 Mrd. Dollar den größten Bestand an gefährdeten Papieren. Die geringsten Gefahren lauerten dagegen bei Morgan Stanley
, wo die gefährdeten Papiere der Analyse zufolge ein Volumen von rund 25 Mrd. Dollar haben. Im Juni hatte Lehman einen Quartalsverlust von 2,8 Mrd. Dollar vermeldet. Auch Merrill Lynch
und weitere Banken gehen mittlerweile davon aus, das Lehman im laufenden Quartal in der Verlustzone steckenbleibt.
Das "Wall Street Journal" berichtete am Donnerstag, die US-Notenbank Federal Reserve sei im vergangenen Monat dem Marktgerücht nachgegangen, Credit Suisse
habe Lehman eine Kreditlinie gekündigt. Credit Suisse
habe der Fed umgehend erklärt, das Gerücht sei unwahr und es gebe auch nicht die Absicht, den Kredit zu kündigen, hieß es in der Zeitung weiter.
Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt bei Dutzenden von Hedge Fonds und anderen Wall-Street-Firmen im Zusammenhang mit vier weiteren Marktgerüchten zu Lehman. Im März hatten Marktmanipulationen und Gerüchte zu dem Untergang der Investmentbank Bear Stearns
beigetragen.

