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21.08.2008 
Drohende Verstaatlichung

Fannie und Freddie: Stunde der Wahrheit naht

von Rolf Benders

Spekulationen über eine staatliche Rettungsaktion für die angeschlagenen Freddie Mac und Fannie Mae haben neue Nahrung erhalten und sorgen für Kursturbulenzen bei den beiden US-Immobilienfinanzierern. Bei den Konzernen ist ein Teufelskreis in Gang, der das US-Finanzsystem bis ins Mark erschüttern könnte.

Freddie Mac: Die Stunde der Wahrheit scheint nicht mehr fern. Foto: ReutersLupe

Freddie Mac: Die Stunde der Wahrheit scheint nicht mehr fern. Foto: Reuters

NEW YORK. Freddie Mac musste bei einer Anleiheplatzierung über drei Mrd. Dollar den Investoren Rekordzinsen zahlen. Dies verstärkte die Sorge, die beiden ohnehin von der Finanzkrise getroffenen Institute könnten sich die bald anstehenden, weitaus größeren Refinanzierungsrunden nicht mehr leisten. Die bereits mit Staatsgarantien versehen Banken bilden das Rückgrat des angeschlagenen US-Immobiliensektors. Ein Pleite verbunden mit einer Verstaatlichung würde das US-Finanzsystem bis ins Mark erschüttern.

Dabei scheint die Stunde der Wahrheit für Freddie und Fannie nicht mehr fern. Denn Ende September werden Anleihen im Wert von 223 Mrd. Dollar fällig. "Refinanzierung ist der wichtigste Knackpunkt bei der Frage, ob sie weiter in der Lage sind, liquide zu bleiben", sagte Moshe Orenbuch, Analyst bei Credit Suisse in New York der Nachrichtenagentur Bloomberg. Erschwert wird die Refinanzierung der beiden Institute nach Aussagen von Insidern durch Medienberichte über eine drohende Verstaatlichung. Den Meldungen zufolge plant die US-Regierung einen solchen Schritt zu Konditionen, die Anteilseignern und Anleihebesitzern große Verluste bescheren würden.

Dies ließ die Aktien - trotz eines Dementis - in drei Tagen bis zum Mittwoch um 41 Prozent auf den tiefsten Stand seit 1991 fallen. Auch am Donnerstag setzte sich die dramatische Talfahrt der Papiere zunächst fort, als sei zur Handelseröffnung noch einmal 15 (Fannie Mae) und knapp 20 Prozent (freddie Mac) verloren. Im Handelsverlauf machten die Papiere diese Verluste jedoch wieder wett und drehten ins Plus.

Offenbar glaubt der Markt eher den Medienberichten als den Aussagen der US-Regierung. Weil auch die Anleihemärkte verunsichert sind, musste Freddie für die jüngste Platzierung einen Risikoaufschlag von 1,13 Prozentpunkten gegenüber US-Staatsanleihen zahlen, um ausreichend Käufer anzulocken.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" war am Mittwoch ein Treffen von hohen Beamten des Finanzministeriums mit Freddie-Mac-Managern angesetzt. Es sollten Wege gefunden werden, das Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen. Sprecher wollten dies nicht bestätigen. Etwaige Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt.

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