Finanzaufsicht: Bafin-Präsidentin warnt Banken vor riskanten Geschäften

Finanzaufsicht
Bafin-Präsidentin warnt Banken vor riskanten Geschäften

Verleiten niedrige Zinsen Banken zu riskanteren Geschäften? Die Finanzaufsicht Bafin sieht zumindest die Gefahr gegeben. Und noch eine Reihe weiterer Mahnungen gibt die scheidende Präsidentin Elke König den Banken mit.
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FrankfurtDie Finanzaufsicht Bafin warnt vor Risiken der anhaltend niedrigen Zinsen im Euroraum. „Es besteht die Gefahr, dass Banken bei ihrer Suche nach Erträgen allzu kurzatmig agieren und auf lange Sicht massive Risikopositionen aufbauen“, sagte die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Elke König, beim Neujahrsempfang der Behörde am Dienstagabend in Frankfurt.

Insgesamt könnte nach Königs Einschätzung „eine plötzlich Wende in der Zinspolitik ... vor allem die Banken vor Probleme stellen, die langfristige Finanzierungen anbieten“. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen im Euroraum im Grunde abgeschafft, der Leitzins liegt derzeit bei 0,05 Prozent.

Um sich im hartumkämpften deutschen Bankenmarkt zu behaupten, könnten Geldhäuser auch an der Kostenschraube drehen. Fusionen seien dabei aber kein Allheilmittel. Auch beim Thema Filialnetz sieht König Sparpotenzial.

Zudem sollten Banken für ihre Dienstleistungen grundsätzlich angemessene Preise verlangen, allerdings: „Risiko- und kostengerechte Preise sind wegen des harten Wettbewerbs hierzulande häufig nicht durchsetzbar.“ König verlässt die Bafin Ende Februar, sie leitet künftig die neue EU-Behörde zur Abwicklung von Krisenbanken.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wahrscheinlich hat die Versicherungswirtschaft auch an dieser Stelle noch großes mit ihr vor.

  • "König verlässt die Bafin Ende Februar, sie leitet künftig die neue EU-Behörde zur Abwicklung von Krisenbanken."

    Eine Erlösung! Gott sei gedankt. Frau König darf wohl als größte Bereicherung der BAFin bzw. des BAKred aus der Zeit davor angesehen werden. So erfrischend und unbedarft wie sie war, war wohl kein(e) Vorgänger(in). Man kann ihr ohne Schäme bescheinigen, dass sie in ihrer neuen Aufgabe viel - um nicht zu sagen - alles neu lernen kann/darf/muss.

    "Zudem sollten Banken für ihre Dienstleistungen grundsätzlich angemessene Preise verlangen, allerdings: „Risiko- und kostengerechte Preise sind wegen des harten Wettbewerbs hierzulande häufig nicht durchsetzbar.“

    Mit diesem Spruch breitet Frau König nochmals ihr gesamtes Fachwissen vor uns aus.

    Eine EZB, die Pleitestaaten die Anleihen mit Null-Renditen abnimmt, lebt geradezu beispielhaft Risikobewusstsein vor.

    Sehr schnell kommt man dann auf den Spruch "alternativlos", der Banken, Versicherungen und Privaten vordiktiert wird.

    Erinnern wir uns dennoch an die Leistungen von Frau König. Die Krönung von Frau König ist zweifellos das Lebensversicherungsreformgesetz, dass den Lebensversicherten die Bewertungsreserven streicht, die zuvor erst vor dem Bundesverfassungsgericht von den Versicherten erstritten wurden. Das die Versicherer die Begünstigten sind, ist fast überflüssig zu erwähnen.

    Der geschätzte ausmachende Betrag z.G. der Versicherer liegt bei ca. 80 Mrd. €.

    Nicht, dass die Dame nun seitens der Versicherungswirtschaft nicht nur mit diesem neuen Job belohnt wird, wir erwarten nachfolgend auch noch lukrative Vortragshonorare für die Dame - ähnlich wie bei Herrn Steinbrück. Der lukrative Verkauf ihrer Biographie an einen Versicherer ist natürlich ebenso möglich. Vielleicht passiert ja auch beides.

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