Finanzbranche: Japans kleine Banken suchen starke Partner

Finanzbranche
Japans kleine Banken suchen starke Partner

Die japanische Finanzbranche verzeichnet einen Schub von Allianzen und Fusionen: Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Regionalbanken. Einerseits sind viele Institute zu klein oder provinziell orientiert, um ohne Partner profitabel zu wirtschaften. Andererseits haben sie eine starke Kundenbasis. Auch Spieler aus Übersee haben Interesse an den Banken.

TOKIO. Ganz aktuell geht es um einen großen Brocken: Der Staat verkauft die Ashikaga Bank mit 150 Filialen in der Präfektur Tochigi nördlich von Tokio. Die Bank verfügt über 4,2 Bill. Yen (25 Mrd. Euro) an Einlagen. Eine Auffangagentur hatte die Bank 2003 übernommen, nachdem sie unter der Last fauler Kredite infolge einer Wirtschaftskrise zusammengebrochen war. Seit zwei Jahren laufen Verkaufsverhandlungen. Eine Reihe von Interessenten ist bereits aus dem Rennen ausgeschieden.

In den kommenden zwei Monaten wird die Finanzaufsicht FSA sich für einen der verbleibenden Bieter entscheiden: entweder für die Nomura -Gruppe oder für ein Bündnis ehemals konkurrierender Regionalbanken unter Führung der Bank of Yokohama. Zur Nomura -Gruppe gehören unter anderem Nomura Securities - der Marktführer bei Geldanlagen - und eine Investmentbank. Nomura bietet Presseberichten zufolge 290 Mrd. Yen. Das Angebot des Bündnisses konkurrierender Regionalbanken liegt bei 310 Mrd. Yen.

Auch Spieler aus Übersee haben Interesse an den Regionalbanken. Für Ashikaga boten anfangs die Finanzsparte von General Electric und die Beteiligungsgesellschaft Lone Star. Ein weiterer Private-Equity-Fonds, Advantage Partners, kündigte am Freitag an, 190 Mrd. Yen für die Tokioter Regionalbank Tokyo Star Bank zu bieten. Übernahmeabsichten hegt auch ein Konkurrent der US-Investoren, die Texas Pacific Group (TPG). Sie gab gerade bekannt, in nächster Zeit bis zu 100 Mrd. Yen in Regionalbanken und ähnliche Institute stecken zu wollen.

Hinter derartigen Absichten steckt die Hoffnung auf eine gesunde Entwicklung des bisher eher reformmüden Sektors. In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai" sagte der Japan-Chef der TPG, er sei zur Umsetzung der Strategie an einer Übernahme des Dienstleisters NIS Group interessiert. NIS ist keine Bank, sondern bietet Leasing, Immobilienvermittlung und anderen unternehmensnahe Finanzdienste an.

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