Die Krise an den Finanzmärkten sorgt bei der Private- Equity-Gesellschaft Deutsche Beteiligungs AG für Gegenwind bei neuen Übernahmen. Bei der Vergabe neuer Kredite an Finanzinvestoren werden Banken immer vorsichtiger. Sollte eine Transaktion tatsächlich einmal hochgehen, könnte sich dieses Verhalten noch verstärken.
hgn FRANKFURT. „Die Banken beginnen, sehr vorsichtig bei der Vergabe neuer Kredite an Finanzinvestoren zu werden“, sagte Roland Egerer, Mitglied der DBAG-Geschäftsleitung, am Donnerstag. Hier seien branchenweit Schwierigkeiten erkennbar, sie beschränkten sich nicht nur auf große Übernahmen. Grund sei, dass viele Institute wegen der Vertrauenskrise zuletzt Kredite an Private-Equity-Firmen nicht mehr an Investoren hätten weiterreichen können.Wer aktuell etwa 100 Millionen Euro Fremdfinanzierung benötige, müsse sich mühsam selbst ein Konsortium von Banken zusammenstellen, sagte Egerer. Bis vor kurzem habe noch ein Haus alleine die Zusage gegeben. „Sollte tatsächlich einmal eine Transaktion hochgehen, wird sich dieses Verhalten noch verstärken“, resümierte Egerer. Mit den eigenen Investments gebe es aber keinerlei Schwierigkeiten.
Trotz des verschlechterten Umfelds steuert die DBAG im Geschäftsjahr 2006/07 (zum 31. Oktober) auf einen Rekordgewinn zu. Per April hatten die Frankfurter mit 94 Millionen Euro schon ihre bisherige Bestmarke um gut ein Zehntel übertroffen.
Experten erwarten im Zuge der Marktturbulenzen mehr Zurückhaltung von Finanzinvestoren bei anstehenden Firmenauktionen. „Wir werden auf jeden Fall sinkende Preise sehen“, sagte Christoph von Einem, Partner bei der Anwaltssozietät White & Case.

