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16.09.2005 
Günstige Kreditkonditionen sorgen für aggressives Bieterverhalten

Finanzinvestor Permira befürchtet Überhitzung des Beteiligungsmarkts

Die europäische Beteiligungsgesellschaft Permira sieht erste Tendenzen für eine Überhitzung des Private-Equity-Marktes. „Wir denken, dass die eine oder andere Transaktion in den vergangenen Monaten zu teuer war“, sagte Deutschland-Chef Thomas Krenz gestern in Frankfurt. Hauptgrund seien die teilweise sehr aggressiven Kreditfinanzierungen für Übernahmen durch die Banken.

pk FRANKFURT/M.Es gäbe ein Lager im Beteiligungsmarkt, dass von dauerhaft hoch liquiden Kreditmärkten und niedrigen Zinsen ausgehe. Diese Marktteilnehmer und der Anlagedruck der milliardenschweren Beteiligungsfonds sorgten dafür, dass die Preise nach oben tendierten.

Permira hielt sich in den vergangenen Monaten mit Transaktionen in Deutschland auffällig zurück. Stattdessen griffen die Beteiligungsmanager mit ihrem jüngsten Eigenkapital-Fonds – der ein Volumen von rund 5,1 Mrd. Euro umfasst – im europäischen Ausland zu. Zuletzt kaufte die Beteiligungsgesellschaft beispielsweise die schweizerische Privatfluggesellschaft Jet Aviation und zusammen mit weiteren Private-Equity-Häusern die spanische Textilkette Cortefiel. Laut Krenz sind mittlerweile rund 50 Prozent des Eigenkapitals aus dem jüngsten Fonds investiert.

Finanzinvestoren sammeln ihre Mittel bei institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Stiftungen und Versicherungen ein. Die Gelder werden dann in den Kauf von Konzernteilen oder die Übernahme von nicht börsennotierten Unternehmen aus dem Mittelstand investiert. Üblicherweise bleiben die Firmen vier bis sieben Jahre in den Portfolios der Beteiligungshäuser. In dieser Zeit wird versucht, das Unternehmen zu restrukturieren oder über weitere Zukäufe zu stärken. Am Ende soll dann das Unternehmen zu einem höheren Preis weitergereicht oder an die Börse gebracht werden.

Krenz sieht nun vor allem durch ein eventuell wechselndes Anlageverhalten von Hedge-Fonds Gefahren auf die Beteiligungsbranche zukommen. Diese unregulierten Kapitalsammelstellen haben sich darauf spezialisiert, Hochrisikopapiere zu kaufen, die bei der Finanzierung von Übernahmen ausgegeben werden. Dies hat nach Einschätzung von Branchenbeobachtern offenbar einige Finanzinvestoren dazu verleitet, die Fremdkapitalquoten – die bis vor drei oder vier Jahren noch bei 60 bis 70 Prozent lagen – deutlich zu erhöhen. „Wenn sich die Kreditkonditionen verschlechtern sollten, kann dies die Renditekalkulation einiger Deals gefährden“, meint der Permira-Chef. Für einige Finanzinvestoren werde es dann schwierig werden, wenn sie ihre Beteiligungen zu einem höheren Preise verkaufen wollen. Permira selbst wolle keine zu hohe Abhängigkeit einer Fremdverschuldung riskieren und setze stattdessen auf ein starkes inneres Wachstum seiner Beteiligungen.

Simon Beddow, Private-Equity-Experte der Kanzlei Ashurst, rechnet damit, dass die Wettbewerbsintensität auf dem deutschen Markt noch zunimmt. Viele angelsächsische Fonds müssten sich auf dem Heimatmarkt mit Renditen von knapp 20 Prozent begnügen, in Deutschland erwarteten sie dagegen 20 bis 30 Prozent. Branchenbeobachter halten dies bei den aktuellen Preisen aber für unrealistisch.

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