Finanzinvestoren: Blackstone sucht den Super-Deal

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Blackstone sucht den Super-Deal

Mehrere Übernahmen hatte das Private-Equity-Haus Blackstone in Europa bereits durchkalkuliert, darunter auch eine in Deutschland. Nach dem starken Anstieg des Aktienkurses sah der amerikanische Finanzinvestor aber erst einmal davon ab. Doch Interesse ist offenbar immer noch verhanden, denn mit dem Management zweier deutscher Unternehmen gibt es noch regelmäßigen Kontakt.

FRANKFURT. Erstmals hat ein Finanzinvestor öffentlich eingeräumt, dass er den Kauf eines börsennotierten Großkonzerns in Deutschland ernsthaft geprüft hat. Das Private-Equity-Haus Blackstone arbeitete nach eigenen Angaben bereits an einer Übernahme im Wert von bis zu 50 Milliarden Dollar. „Wir hatten mehrere solcher Deals in Europa im Auge, auch einen in Deutschland. Aber dann stieg der Aktienkurs zu stark“, sagte Stephan Schwarzman, Mitbegründer von Blackstone, am Rande der Frankfurter Investorenkonferenz „Super Return“.

Seit Monaten wird innerhalb der Branche über die Übernahme eines Unternehmens aus der Börsen-Bundesliga Dax spekuliert. Getrieben wurde die Debatte durch den Einstieg von Blackstone bei der Deutschen Telekom sowie durch die Mitteilung des Reifenherstellers Continental, es habe Gespräche mit einem Finanzinvestor gegeben, die aber beendet worden seien. Seitdem sind keine neuen Fälle bekannt geworden. Allerdings berichten Finanzkreise, dass es regelmäßige Kontakte zwischen dem Management der Dax-Unternehmen und den Spitzenkräften der Private-Equity-Häuser gibt.

Die Finanzierung solcher riesigen Übernahmen ist laut Schwarzman ohne Schwierigkeiten zu stemmen. „Bezogen auf die Fremdkapitalseite ist es kein Problem, einen 50-Milliarden-Dollar-Deal zu machen“, sagte Schwarzman. Zu Beginn der Woche hatten die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Texas Pacific Group (TPG) den amerikanischen Versorger TXU für 45 Mrd. Dollar inklusive der Schulden übernommen und damit einen neuen Rekord aufgestellt.

Schwarzman prognostizierte angesichts niedriger Zinsen, eines robusten Weltwirtschaftswachstums und der hohen Liquidität in den Finanzmärkten weitere Rekordjahre für die Branche. Die Renditen im Private-Equity-Markt blieben bei den Spitzenhäusern weiterhin bei 20 Prozent und mehr. Auch TPG-Gründer David Bonderman glaubt fest daran, dass es noch viel Spielraum für Wachstum gibt. Trotz der Deals im Milliardenbereich komme Private Equity nur auf einen Anteil von drei Prozent, gemessen am Volumen der weltweiten Transaktionen. Die Finanzinvestoren setzen auch darauf, dass viele Industrieunternehmen wegen der zunehmenden Regulierungen ihre Unternehmen von der Börse nehmen wollen. Die Private-Equity-Firmen ersetzen dann das öffentliche Kapital.

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