Bei der Konsolidierung der sieben noch selbständigen Landesbanken werden Finanzinvestoren wohl keine Chance haben: Denn wenn sich Länder und Sparkassenverbände zurückziehen, müssen ähnlich bonitätsstarke Eigentümer nachfolgen, damit das Rating sich nicht verschlechtert.
BERLIN. Bei der angestrebten Konsolidierung der noch sieben selbstständigen Landesbanken werden Finanzinvestoren keine entscheidende Rolle spielen. "Länder und Sparkassenverbände könnten bei den Landesbanken nur durch ähnlich bonitätsstarke Eigentümer abgelöst werden, wenn keine Ratingverschlechterung riskiert werden soll", urteilt Stefan Best, Analyst bei der Ratingagentur Standard & Poor?s. Ein Finanzinvestor, der mit seinem Fonds bei einer Landesbank engagiert sei, verfüge nicht über die gleiche Bonität wie ein Land.
Nach Einschätzung von Rating-Experten würde bei einem mehrheitlichen Verkauf einer Landesbank an einen Finanzinvestor die Bonität des Instituts erheblich geschwächt; dies würde die Refinanzierung erschweren und in vielen Fällen das Geschäftsmodell infrage stellen. Das dürften die bisherigen Eigner, die Länder und Sparkassenverbände, kaum riskieren.
"Wir können nicht die Bonität eines Fonds einschätzen und die Fähigkeit, Kapital nachzuschießen, wenn es nötig ist", verdeutlicht Best. Für das stabile Rating einer Landesbank sei es daher schon wesentlich, dass Länder und Sparkassen die Mehrheit halten.
Das sieht die Ratingagentur Fitch ähnlich. "Die potenzielle externe Unterstützungsfähigkeit durch einen Private-Equity-Investor ist in der Regel schwächer als die von Ländern und Sparkassenverbänden", sagt Analystin Andrea von Schnurbein. Bei der HSH Nordbank habe der Einstieg des US-amerikanischen Finanzinvestors J.C. Flowers keine gravierenden Auswirkungen gehabt, da die öffentlich-rechtlichen Eigner auch in den nächsten fünf Jahren die Mehrheit halten wollen, so von Schnurbein. Alle sieben selbstständigen Landesbanken bewegen sich bei Standard & Poor?s und Fitch im Bereich des A-Ratings, das eine auskömmliche Refinanzierung sichert.

