Finanzinvestoren halten immer kürzer an ihren Engagements fest. „Quick Flipps“ nennt die Branche solche Deals, die zunehmend auf Kritik stoßen.
HB FRANKFURT. Beispiel für dieses Phänomen gibt es viele: So wurden MTU Aero Engines, Premiere oder Kabel BW nach weniger als drei Jahren verkauft. „Seit 2004 gab es in Europa 20 Transaktionen mit einem Wert über 500 Mill. Euro, bei denen es nach weniger als zweieinhalb Jahren wieder einen Ausstieg gegeben hat“, rechnet Peter Laib, Managing Director beim Schweizer Dachfonds Adveq Management AG, vor.
Eine Entwicklung, die in der Finanzszene auf Kritik stößt. „Es wird durchaus darüber diskutiert, ob die Private-Equity-Fonds damit am Ende ähnlich wie die Hedge-Fonds nur noch traden, also mit ihren Beteiligungen handeln, statt sie zu managen und operativ zu begleiten“, berichtet Laib. Doch gelten lassen mag er solche Argumente nicht.
„Es gibt nach wie vor einen deutlichen Unterschied zu den Hedge-Fonds. Diese sind passiv, während die Private-Equity-Gesellschaften aktiv sind“, erläutert Laib. Daran ändere auch der zunehmende Druck der Hedge-Fonds auf das Management von Unternehmen nichts. „Seriöse Private-Equity-Firmen machen mehr, als nur das Management unter Druck setzen“, sagt Laib: „Heute sitzen in den Fonds-Gesellschaften zahlreiche Manager, die Erfahrung mit dem Führen eines operativen Geschäftes haben.“
Das bestätigt Jeremy Golding, Geschäftsführer der Fonds-Beratungsgesellschaft Golding Capital Partners: „Es gibt aus meiner Sicht keinen Trend in Richtung Quick Flipps. Alle seriösen Private-Equity-Fonds arbeiten nach wie vor mit Fünf-Jahres-Plänen.“ Die wachsende Zahl von kurzfristigen Engagements ist vielmehr der aktuellen Marktsituation geschuldet. „Es ist viel Geld in der Branche, und es gibt eine große Nachfrage nach attraktiven Beteiligungen“, argumentiert er. „Die Private-Equity-Manager sind ihren Investoren eben eine optimale Verwertung schuldig“, ergänzt Joachim Spill, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.
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