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20.04.2008 
Ex-Chef von Credit Suisse

„Finanzkollaps nur knapp vermieden“

Ein Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems ist nach den Worten des ehemaligen Konzernchefs der Credit Suisse, Oswald Grübel, nur haarscharf vermieden worden. In die Zukunft blickt Grübel alles andere als optimistisch.

HB ZÜRICH. Als bisher kritischsten Moment bezeichnete Grübel in einem Interview des Schweizer "Sonntags-Blicks" die Phase im März, als die US-Investmentbank Bear Stearns mit Hilfe der US-Notenbank von JPMorgan übernommen wurde.

Wäre diese vergleichsweise kleine Bank zusammengebrochen, hätte es einen Sturm von Kunden auf ihre Banken gegeben, und die Situation wäre außer Kontrolle geraten. Das Bankgeschäft wäre für unbestimmte Zeit gelähmt gewesen. Zum Glück hätten die Zentralbanken erkannt, dass sie den Interbankmarkt faktisch hätten übernehmen müssen, sagte Grübel, und weiter: "In der jetzigen Finanzkrise sind wir haarscharf an einem System-Kollaps vorbeigeschlittert. Das hat es noch nie gegeben."

Der ehemalige Spitzenbanker rechnet aber auch so mit nachhaltigen Konsequenzen der Finanzkrise. Die Banken würden künftig noch weniger Kredit gewähren. Dabei gehe es um Billionen. "Das wird das Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren überall gewaltig bremsen", sagte Grübel.

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