"Gut gerüstet" für die anstehende Fusion sehen sich Wolfgang Kirsch und Werner Böhnke, die Chefs der genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ. Dies sagten sie bei der Bekanntgabe ihrer Halbjahreszahlen. Bei beiden Geldhäusern fielen die Ergebnisse aufgrund der Finanzkrise deutlich schlechter aus als im Vorjahreszeitraum.
DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch: „Beide Banken sind gut aufgestellt und gehen mit soliden Ergebnissen in die weiteren Gespräche.“ Foto: AP
FRANKFURT. Zwischen Januar und Juni verdiente die DZ Bank 496 Mill. Euro vor Steuern (Vorjahreszeitraum: 1,25 Mrd. Euro). Gründe waren unter anderem Abschreibungen in Höhe von 139 Mill. Euro für die Beteiligung an der kriselnden französischen Investmentbank Natixis
und Wertkorrekturen in Folge der Finanzkrise. Auch das Vorsteuerergebnis der WGZ hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 72,9 Mill. Euro fast halbiert. Dennoch kommentierte DZ-Chef Kirsch: "Beide Banken sind gut aufgestellt und gehen mit soliden Ergebnissen in die weiteren Gespräche."
Doch an der Basis der Kreditgenossen rumort es: So mancher Banker sorgt sich derzeit um seinen Einfluss und die Bewertung seiner Anteile an den Zentralinstituten. "Die Befürchtung ist, dass Böhnke und Kirsch hinter verschlossenen Türen einen Bewertungskompromiss aushandeln, der nichts mehr mit den wahren Wertverhältnissen zu tun hat", kritisiert ein Vorstand aus dem Rheinland. Die Sorge ist nicht unbegründet, denn der Spielraum ist groß.
Mangels Börsennotierung lässt sich der Wert der Anteile an den Spitzeninstituten nur näherungsweise bestimmen und wird am Ende, so die Befürchtungen, mehr mit Politik als mit wahren Werten zu tun haben. Legt man zum Beispiel das Grundkapital beider Institute für das Anteilsverhältnis einer fusionierten Bank zugrunde, ist die DZ fünfmal größer als die WGZ. Allerdings sind die Frankfurter stärker von der Finanzkrise betroffen als die kleineren Düsseldorfer. Während die DZ Bank im vergangenen Jahr rund 500 Mill. Euro Verlust verbucht hat, erzielte die WGZ ein Rekordergebnis von mehr als 100 Mill. Euro.
Unmut kommt unter anderem bei den Genossenschaftsbanken im Süden der Republik auf. Schließlich hätte man bei der Zentralbankenfusion zwischen GZ und DG zur DZ Bank im Jahr 2001 schon einmal Abwertungen der eigenen Anteile hinnehmen müssen, sagen Banker im Badischen. Die DG war damals in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.
Dass die laufenden Fusionsverhandlungen scheitern, glaubt allerdings auch bei den Kritikern niemand: "Die Fusion muss jetzt kommen", so die einhellige Meinung.

