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01.08.2008 
Niedrigeres Handelsvolumem drückt auf Umsatz und Gewinn

Finanzkrise bremst Deutsche Börse

von Ralf Drescher

Die Deutsche Börse hat die Finanzkrise im zweiten Quartal deutlicher als erwartet zu spüren bekommen: Obwohl Umsatz und das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr gesteigert wurden, blieb sie unter den Markterwartungen. Bei den Aussichten bleibt die Deutsche Börse trotzdem optimistisch.

Skulptur des Bullen vor der Frankfurter Börse. Die Deutsche Börse AG konnte die Analystenerwartungen im zweiten Quartal 2008 nicht ganz erfüllen. Foto: apLupe

Skulptur des Bullen vor der Frankfurter Börse. Die Deutsche Börse AG konnte die Analystenerwartungen im zweiten Quartal 2008 nicht ganz erfüllen. Foto: ap

FRANKFURT. Der Umsatz des Konzerns sank aufgrund deutlich geringerer Handelsaktivitäten in allen Geschäftsbereichen im Vergleich zu den ersten drei Monaten um knapp zehn Prozent auf 585 Mill. Euro. Auch das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebita) lag mit 375 Mill. Euro deutlich unter dem Ergebnis des ersten Quartals, in dem die Börse mit einem Ebita von 425 Mill. Euro ein neues Rekordergebnis erzielt hatte. Der Nettogewinn sank von 304 Mill. Euro auf 249 Mill. Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ssind Umsatz und Gewinn allerdings gestiegen.

Dass die Börse nicht an die sehr guten Zahlen vom Jahresauftakt anknüpfen würde, hatten Analysten nach den jüngsten Zahlen aus dem Handel bereits erwartet. Im Schnitt hatten Bankexperten aber mit einem Umsatz über 600 Mill. Euro gerechnet, die Schätzungen für das operative Ergebnis lagen nur geringfügig höher.

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Während die Investoren die durch die Finanzkrise verursachten Turbulenzen 2007 und bis ins laufende Jahr hinein noch für intensive Börsengeschäfte nutzten, zeigten sich zuletzt deutliche Bremsspuren. Im Aktiensegment Xetra gingen die Handelsumsätze ebenso um 30 Prozent zurück wie die Zahl der gehandelten Kontrakte an der Derivatebörse Eurex. „Die Rückgänge bei Xetra und Eurex sind schon heftig, aber das Unternehmen hat durch Kostendisziplin einen Großteil der Rückgange wettgemacht und die Margen hoch gehalten“, sagte Johannes Thormann, Analyst bei HSBC. Mit 64 Prozent Ebit-Marge (je Euro Umsatz hat die Börse operativ 64 Cents Gewinn gemacht) landete das Unternehmen im Bereich des Vorquartals.

Finanzvorstand Thomas Eichelmann betonte, dass sich für das zweite Halbjahr eine Fortsetzung der Unsicherheit an den Finanzmärkten abzeichne. Das Unternehmen gehe von eingetrübten Rahmenbedingungen für weiteres Wachstum in Europa aus.

Positiv bewertete HSBC-Analyst Thormann die Zahlen von Clearstream.Trotz rückläufiger Transaktionen konnte die Luxemburger Abwicklungstochter der Börse sowohl den Umsatz als auch das Ebita steigern. "Clearstream hat sich erstaunlich gut gehalten. Das zeigt, wie wichtig ein solch stabiles Geschäft für das Unternehmen ist", sagt Thormann. Die Deutsche Börse spricht zurzeit mit asiatischen Investoren über einen Teileinstieg bei Clearstream. Im Gespräch ist eine Minderheitsbeteiligung von 20 bis 25 Prozent.

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