Finanzkrise hinterlässt Spuren: Citigroup schreibt Rekordsumme ab

Finanzkrise hinterlässt Spuren
Citigroup schreibt Rekordsumme ab

Die US-Bank Citigroup ist angesichts der Kreditmarktkrise tief in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Quartalsverlust von 9,83 Mrd. Dollar (6,6 Mrd. Euro) ausgewiesen. Wie die größte US-Bank am Dienstag mitteilte, sind darin Abschreibungen in Rekordhöhe enthalten.

HB NEW YORK. Am Montag hatte es Berichte gegeben, die Bank werde bis zu 24 Mrd. Dollar abschreiben, tatsächlich ist es nun die Rekordsumme von 18,1 Mrd. Dollar. Die Einnahmen im vierten Quartal seien um 70 Prozent auf 7,2 Mrd. Dollar gesunken, teilte Citigroup mit. Zudem werde die Dividende auf 32 von 54 US-Cent gekürzt. In den vergangenen Monaten hatte die Citigroup-Spitze immer wieder betont, die Dividende müsse nicht angetastet werden. Es war der erste Quartalsverlust der Bank seit ihrer Gründung 1998.

„Unsere finanziellen Ergebnisse in diesem Quartal sind ganz klar inakzeptabel“, sagte der seit Dezember amtierende Konzernchef Vikram Pandit am Dienstag in New York. Im Vorjahresquartal hatte die Bank noch ein Plus von 5,1 Milliarden Dollar verbucht. An den Finanzmärkten wurden die Zahlen zunächst dennoch positiv aufgenommen.

Nach milliardenschweren Abschreibungen im dritten Quartal hatte die Citigroup schon Anfang November weitere Wertberichtigungen für das letzte Vierteljahr von acht bis elf Mrd. Dollar (5,4 bis 7,4 Mrd. Euro) angekündigt. Vorstandschef Charles Prince nahm daraufhin seinen Hut.

Der neue Konzern-Chef Vikram Pandit will mit den Milliardenbereinigungen möglichst schnell einen Schlussstrich unter die Kreditkrise ziehen. Allerdings stehen in den Büchern der Bank noch immer Milliardenwerte im Zusammenhang mit hochriskanten Kreditgeschäften. Pandit arbeitet zudem am Umbau des Finanzriesen. Nicht zum Kerngeschäft zählende Bereiche sollen abgestoßen werden. Berichten zufolge steht Citigroup vor einer Entlassungswelle. Die Bank plane den Abbau von mehreren Zehntausend ihrer über 300 000 Stellen.

Die Bank verschafft sich über weitere Großaktionäre eine erneute, dringend benötigte Kapitalspritze von 12,5 Mrd. Dollar (8,4 Mrd. Euro). Darunter falle auch die Summe von 6,88 Mrd. Dollar von Government of Singapore Investment Corp. Weitere Investoren seien Capital Research Global Investors, Capital World Investors, Kuwait Investment Authority, New Jersey Division of Investment, Anteilseigner Prinz Alwaleed bin Talal von Saudi Arabien und der frühere Chef der Bank, Sanford Weill. Zusätzliche zwei Mrd. Dollar sollen über eine am Markt platzierte Wandelanleihe hereinkommen.

Im November war bereits das Emirat Abu Dhabi mit 7,5 Milliarden Dollar als neuer Großaktionär eingestiegen. Zuvor hatte die Bank wegen der Kreditkrise bereits eine Milliardensumme abschreiben müssen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%