Die Finanzkrise trifft die BayernLB härter als bislang erwartet. Insgesamt summieren sich die Belastungen für die zweitgrößte deutsche Landesbank bis Ende März auf 4,3 Milliarden Euro. Das Institut vermeldete einen Gewinneinbruch.
HB MÜNCHEN. Rund 2,3 Mrd. Euro an Marktwertminderungen in den Wertpapierbeständen seien bis Jahresende 2007 angefallen, die übrigen zwei Mrd. Euro im ersten Quartal dieses Jahres, teilte die Bank am Donnerstag in München mit. Bisher habe sich aus dem kritischen Portfolio an forderungsbesicherten Wertpapieren von 24 Mrd. Euro aber ein tatsächlicher Zahlungsausfall von nur 100 Mill. Euro ergeben.
Auf das Jahresergebnis 2007 drückten die Belastungen mit 1,2 Mrd. Euro. Unter dem Strich brach das Ergebnis der Bank von 989 Mill. Euro im Vorjahr auf 175 Mill. Euro ein. Trotzdem will die Landesbank die gleiche Dividende wie im Vorjahr an die beiden Eigentümer ausschütten. Der erst seit März amtierende Vorstandschef Michael Kemmer sagte, er könne „keine unmittelbare Bedrohung unserer Bank erkennen.“
Von Januar bis Ende März kamen weitere zwei Mrd. Euro hinzu, wovon 1,1 Mrd. als Verlust verbucht werden. Insgesamt bezifferte die Bank das Volumen ihrer von Abwertung bedrohten Wertpapierbestände auf 24 Mrd. Euro.
Die BayernLB will wie die Düsseldorfer WestLB die kritischen Wertpapiere mit Garantien über sechs Mrd. Euro hinterlegen. Künftige Ausfälle des Portfolios würde zunächst die BayernLB selbst tragen mit 1,2 Mrd. Euro. Für die restlichen 4,8 Mrd. Euro hofft die BayernLB auf eine Bürgschaft von ihren Eigentümern, dem Freistaat und den bayerischen Sparkassen.
Im vergangenen Jahr summierten sich die Belastungen aufgrund der Finanzmarktkrise auf 2,3 Mrd. Euro. Von Januar bis Ende März kamen weitere zwei Mrd. Euro hinzu, wovon 1,1 Mrd. als Verlust verbucht werden.
Wegen der Fehlspekulationen wurde der für die Risikokontrolle zuständige Vorstand Gerhard Gribkowsky mit sofortiger Wirkung entlassen. Er war seit 2003 für das weltweite Risikomanagement der BayernLB verantwortlich. Bereits im Februar war der langjährige Vorstandschef Werner Schmidt gefeuert worden.
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