Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hat Vorwürfe zurückgewiesen, sein Institut trage Mitschuld an der Beinahepleite der Mittelstandsbank IKB und habe daran auch im Nachhinein noch verdient. Der Auslöser für die Probleme bei der Bank werde auch das eigene Institut treffen, sagte Ackermann – und ging dabei noch etwas genauer ins Detail.
BERLIN. „Wir haben keine Fehler gemacht gegenüber der IKB“, sagte Ackermann gestern in einem Interview während der für Donnerstag aufgezeichneten TV-Sendung „Maybritt Illner“. Die Bank, die sich mit US-Immobilienkrediten verspekuliert hatte, sei Geschäftspartner, aber auch Wettbewerber gewesen. „Sie war ein Konkurrent, der sich eingebildet hat, mit der Deutschen Bank konkurrieren zu können“, fügte er hinzu.
Die IKB hatte über verschiedene außerhalb der Bilanz geführte Finanzvehikel in US-Immobilienkredite schwacher Bonität (Subprime-Kredite) investiert und wäre nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA fast Pleite gegangen. Nur eine milliardenschwere Rettungsaktion der gesamten Finanzbranche hatte dies verhindert. Auch andere Banken weltweit waren in Probleme geraten, so dass sich die Situation zu einer anhaltenden Finanzkrise ausweitete.
Seit der Quasi-Insolvenz der IKB halten sich Vorwürfe, die Deutsche Bank trage daran eine Mitverantwortung. So hatte der Präsident des Sparkassenverbandes, Heinrich Haasis, jüngst über die Mithilfe Ackermanns bei der Rettung der IKB gesagt: Er wundere sich darüber, dass man „Ratgeber für Brandschutzvorschriften wird, wenn man vorher zwar nicht das Feuer ausgelöst, aber doch ordentlich Brennholz gesammelt und gut daran verdient hat.“
Mit diesem Zitat konfrontiert sagte Ackermann am Mittwoch: „Vielleicht schicke ich ihm Brennholz, damit er sieht, was das ist.“ Er schätze Haasis sehr, aber es sei beliebt, die Schuld bei anderen zu suchen. Man müsse in der Krise zusammenstehen. Sicher habe die Deutsche Bank der IKB Produkte verkauft, aber nicht als Einzige und nicht in führender Rolle. „Wir waren nur die Nummer fünf“, sagte Ackermann.
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