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07.05.2008 
Quartalszahlen

Finanzkrise stimmt Commerzbank vorsichtig

Aufgrund der weltweiten Krise an den Kreditmärkten ist die Commerzbank vorsichtig geworden. Der Chef der zweitgrößten deutschen Bank, Klaus Müller, -Peter gab wie erwartet einen Gewinneinbruch im ersten Quartal 2008 bekannt und rückte von den Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr ab. Auch weitere Wertkorrekturen schloss er nicht aus. Trotzdem konnte die Aktie des Geldhauses an Wert gewinnen.

Das Logo der Commerzbank vor der Zentrale der Bank in Frankfurt am Main. Foto: ap Lupe

Das Logo der Commerzbank vor der Zentrale der Bank in Frankfurt am Main. Foto: ap

HB FRANKFURT. "Es dürfte aus heutiger Sicht sehr schwer werden, das gute Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen", erklärte Müller am Mittwoch. Ursprünglich hatte das Institut in Aussicht gestellt, den Gewinn des Vorjahres von 1,9 Mrd. Euro wieder erreichen oder sogar übertreffen zu können, wenn sich die Märkte nicht gravierend verschlechtern. An ihren mittelfristigen Zielen bis 2010 hält die Commerzbank dagegen fest.

In den ersten drei Monaten ging der Nettogewinn wegen weiterer Bewertungsabschläge bei Wertpapieren um 54 Prozent auf 280 Mill. Euro zurück - ein Wert mit dem von der Nachrichtenagentur Dow Jones befragte Analysten gerechnet hatten. Das operative Ergebnis brach um 52 Prozent auf 435 Mill. Euro ein. Hier hatten von Reuters befragte Analysten deutlich geringere Rückgängen erwartet. Im ersten Quartal musste die Bank Belastungen aus der Finanzkrise von insgesamt 244 Mill. Euro verkraften.

Eine wesentliche Erholung an den Märkten für forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS), die besonders mit Wertabschlägen in Folge des Vertrauensverlustes an den Märkten zu kämpfen haben, ist nach Ansicht von Müller nicht in Sicht. Je nach Marktentwicklung sei daher mit weiteren Belastungen zu rechnen, sagte er. Allerdings sei die Bank zuversichtlich, dass die Gesamthöhe der Wertkorrekturen für 2008 die Vorjahressumme von rund 630 Mill. Euro nicht übersteigen werde.

Trotz des Ergebniseinbruchs im ersten Quartal steht die Commerzbank im Vergleich zu ihren Wettbewerbern noch gut da. Die Deutsche Bank rutschte wegen Milliardenabschreibungen im Auftaktquartal erstmals seit fünf Jahren in die Verlustzone. Auch bei der zur Allianz gehörenden Dresdner Bank schlugen allein von Januar bis März Wertberichtigungen von fast einer Milliarde Euro zu Buche.

Auch im operativen Geschäft musste die Commerzbank in den ersten drei Monaten des Jahres Federn lassen. Der Zinsüberschuss ging um gut zwei Prozent auf 1,02 Mrd. Euro zurück. Das Provisionsergebnis lag mit 732 Mill. Euro knapp 14 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Risikovorsorge für faule Kredite erhöhte die Bank um fast ein Zehntel auf 175 Mill. Euro.

Trotz der in Frage gestellten Jahresziele haben die Aktien der Commerzbank am Mittwoch vorbörslich zugelegt. Im Geschäft des Brokerhauses Lang & Schwarz lagen sie 0,3 Prozent über ihrem Vortagesschluss von 23,29 Euro. "Der Ausblick irritiert etwas", sagte ein Börsianer. "Dank des guten Handelsergebnisses ist das operative Geschäft aber recht gut gelaufen. Das ist das Entscheidende."

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