Größere Strukturgeschäfte sind im vergangenen Jahr ausgeblieben. Nur die norwegische Großbank DnB kaufte sich 2007 in den schwedischen Markt ein und übernahm den Versicherer Saluansvar, den Immobilienmakler Svensk Fastighetsförmedling sowie die Skandiabanken Bilfinans. Der nordeuropäische Bankenmarkt ist bereits weitgehend konsolidiert, außerdem ließen die internationalen Probleme an den Kreditmärkten kaum Zeit für neue Gedankenspiele.
Doch obwohl es im vergangenen Jahr relativ ruhig auf dem nordeuropäischen Bankenmarkt war, steht in diesem Jahr ein Großereignis an: Der schwedische Staat will seine 19,9-prozentige Beteiligung an der größten nordischen Bank Nordea verkaufen. Einziges Fragezeichen ist die weitere Entwicklung der internationalen Finanzkrise, die den zuständigen Minister Mats Odell in letzter Sekunde noch dazu verleiten kann, die Notbremse zu ziehen. Abgesehen von dieser Unsicherheit gibt es zwei mögliche Szenarien: Der Staat leitet mit dem Verkauf seines Postens eine Fusion mit einer anderen Bank ein oder der staatliche Ausstieg aus Nordea führt zu einer Aufteilung der im gesamten Ostseeraum operierenden Bank.
Der finnische Versicherungsriese Sampo
hat im vergangenen Jahr schrittweise seinen Nordea-Anteil auf rund acht Prozent erhöht. Sampo
-Chef
Björn Wahlroos liebäugelt nach Aussagen von Bankexperten mit einer Teilung von Nordea und soll sich derzeit nach bereitwilligen Mitinvestoren umschauen, um die notwendigen rund 35 Mrd. Euro stemmen zu können. Gelingt ihm das, würde er in einem zweiten Schritt Teile der Bank weiterverkaufen.
Mögliche Käufer für die einzelnen Nordea-Teile hat die Investmentbank Cheuvreux bereits ausgemacht: "Wir sehen die dänische Danske Bank
als natürlichen Käufer des schwedischen-norwegischen Bankgeschäfts von Nordea, die norwegische DnB als Käufer des schwedischen Teils und die SEB oder Handelsbanken
als Interessenten am finnischen-dänischen Teil", heißt es in einer kürzlich erschienen Analyse, die für 2008 ein spannendes Bankenjahr im hohen Norden verspricht.

