Finanzkrise: UBS rechnet mit weiterem Krisenjahr

Finanzkrise
UBS rechnet mit weiterem Krisenjahr

Der Schweizer Bankkonzern UBS rechnet auch 2008 mit einem schwierigen Jahr. Weitere Milliardenabschreibungen sind nicht ausgeschlossen. Denn immer noch stecken horrende Summen in Subprime-Positionen. Den Aktionären will die UBS am liebsten keine Dividende in bar bezahlen.

HB ZÜRICH. Der in den Strudel der US-Hypothekenkrise geratene Schweizer Bankkonzern UBS rechnet auch 2008 mit einem schwierigen Jahr. Weitere, über die bereits getätigten 14 Milliarden Dollar hinaus gehende Abschreibungen auf die immer noch fast 30 Milliarden Dollar umfassende Subprime-Positionen der Bank seien nicht auszuschließen, erklärte die größte Schweizer Bank am Freitag in einem Aktionärsbrief. Die Entwicklung auf dem US-Wohnbauhypothekenmarkt lasse sich nicht genau voraussagen.

In dem Brief warben UBS -Präsident Marcel Ospel und Konzernleitungspräsident Marcel Rohner um die Zustimmung der Aktionäre zu einer Kapitalerhöhung um 13 Milliarden Franken, die der Staatsfonds GIC aus Singapur und ein Investor aus dem Nahen Osten zeichnen wollen. Daneben sollen die Aktionäre für 2007 einer Aktiendividende anstelle einer Barausschüttung zustimmen.

Diese Maßnahmen seien nötig, damit UBS auch dann noch über eine starke Kapitalbasis verfüge, "wenn sich die Bedingungen auf dem US-Immobilienmarkt weiter verschlechtern sollten". Die UBS wäre beim Eigenkapital auch dann noch auf der sicheren Seite, wenn diese Verschlechterung das gegenwärtig abschätzbare Ausmaß übersteigen würde, hieß es weiter.

Würden die Aktionäre ihre Zustimmung verweigern, wären "negative Implikationen" für das Kundengeschäft zu erwarten, hieß es weiter. Mit diesen Worten machten Ospel und Rohner ihren Aktionären klar, dass reiche Kunden im lukrativen Vermögensverwaltungsgeschäft abspringen könnten, wenn die Eigenkapitallage der UBS nicht über alle Zweifel erhaben ist.

Bislang ist das wohl nicht der Fall. Der Nettoneugeldzufluss im vierten Quartal sei anhaltend stark, hieß es weiter. UBS ist der größte Vermögensverwalter der Welt.

Die Kapitalerhöhung im Wege einer mit jährlich mit neun Prozent zu verzinsenden und spätestens 2010 fälligen Zwangswandelanleihe bedarf der Zustimmung von mindestens zwei Drittel der auf der außerordentlichen Generalversammlung am 27. Februar in Basel vertretenen Aktionäre. Die Aktiendividende soll so ausgestaltet werden, dass die Aktionäre wahrscheinlich für 20 Aktien ein Bezugsrecht für eine Gratisaktien erhalten. Bei einem Aktienkurs von 50 Franken entspräche das dann mit 2,50 Franken pro Bezugsrecht etwa der für 2006 ausgeschütteten Dividende, die 2,20 betragen hatte.

Im Hinblick auf die Kritik daran, dass UBS die Altaktionäre von der Kapitalerhöhung ausschließe, erklärte die Bank, diese Möglichkeit sei geprüft aber aus Kosten-, Komplexitäts- und Zeitgründen verworfen worden.

Mit der Kapitalerhöhung, der Aktiendividende und dem Verkauf von bisher zur Entwertung vorgesehenen eigenen Aktien will UBS ihr Kapital um insgesamt 19,4 Milliarden Franken verstärken. Die vorgesehene Wandelanleihe bringt dem Singapur-Staatsfonds GIC eine UBS -Beteiligung von knapp zehn Prozent.

In einem Interview der Zeitschrift "Bilanz" erklärte GIC -Chef Ng Kok Song, mit der Beteiligung verfolge GIC keine strategischen Absichten. Es sei nicht vorstellbar, "dass wir über eine Zehn-Prozent-Limite gehen, auch weil dies regulatorische Fragen aufwerfen würde".

Seine Gesellschaft habe nie in Subprime-Produkte investiert, sagte der GIC -Chef der "Bilanz" weiter. GIC lasse die Finger von Produkten, "die wir nicht verstehen oder bei denen wir merken, dass das Risiko schwer zu bemessen und zu kontrollieren ist".

Der Fonds habe mehrmals Produkte aus dem Subprime-Markt angeschaut aber jedes Mal negativ entschieden.

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