Der Ursprung der aktuellen Probleme liegt in der sogenannten Subprime-Krise, dem Kollaps des Markts für zweitklassige Hypothekenkredite in den USA. In den vergangenen Jahren hatten zahlreiche Banken für ihre Kunden Spezial-Fonds aufgelegt. Diese Fonds investierten in Anleihen, die mit Einnahmen aus US-Hypothekendarlehen besichert waren. Diese Investitionen refinanzierten die Fonds zum großen Teil über Commercial Papers.
Seit die Subprime-Krise immer weitere Kreise zieht und immer mehr Märkte ansteckt, sind Großinvestoren wie Versicherer und Pensionsfonds allerdings nicht mehr bereit, den Banken die Commercial Papers für die Refinanzierung der Fonds abzukaufen. In der Folge könnten zahlreiche Institute gezwungen sein, die Darlehen in die eigenen Bücher zu nehmen, um Liquiditätsgarantien für die Spezialfonds zu erfüllen. Experten sehen in dieser Gefahr den Hauptgrund für die Krise am Geldmarkt.
Bild für Bild: Wie es zur Subprime-Krise kam
"Wir stehen vor einer kritischen Phase, so prekär war die Lage seit der LTCM-Krise nicht mehr", sagte am Wochenende der Vertreter einer britischen Großbank. Der Beinahe-Kollaps des Hedge-Fonds LTCM hatte 1998 kurzfristig die Stabilität des Weltfinanzsystems bedroht.
Am Freitag hatten deutlich schlechter als erwartete Daten zum US-Arbeitsmarkt weltweit die Angst vor einer weiteren Verschärfung der Finanzkrise geschürt. Statt des prognostizierten Zuwachses von 110 000 neuen Stellen gingen in der US-Wirtschaft 4 000 Arbeitsplätze verloren. Die Furcht, dass die Krise an den Finanzmärkten jetzt auf die Realwirtschaft übergreift, ließ die Aktienkurse an den internationalen Börsen einbrechen. An der Wall Street verlor der Dow-Jones-Index 1,9 Prozent, während der europäische Eurostoxx-50-Index um 2,2 Prozent absackte, der deutsche Dax verlor sogar 2,4 Prozent. Immer mehr Volkswirte sagen jetzt eine Zinssenkung der US-Notenbank voraus.

