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24.09.2007 
IWF warnt

Finanzmarktkrise erreicht Japan

Die Ausläufer der Kreditmarktkrise haben nun auch Japan erreicht. Mit der Mitsubishi UFJ Financial Group kündigte die größte Bank des Landes an, wegen der Folgen der Krise wahrscheinlich einige ihrer Investments mit einem deutlich niedrigeren Preis bewerten zu müssen. Und in Großbritannien kämpft die angeschlagene Hypothekenbank Northern Rock mit neuen Kurseinbrüchen.

Japanische Geschäftsleute vor dem UFJ-Hauptquartier in Tokio. Die Aktien der Bank verloren am Montag fast vier Prozent. Foto: apLupe

Japanische Geschäftsleute vor dem UFJ-Hauptquartier in Tokio. Die Aktien der Bank verloren am Montag fast vier Prozent. Foto: ap

HB TOKIO/MADRID. Mitsubishi UFJ schrieb der US-Börsenaufsicht SEC, dass kräftige Schwankungen an den Aktienmärkten weltweit sowie im Devisenhandel durch die Hypothekenkrise die Ergebnisse der Bank beeinflussen könnten. Sollte sich das Umfeld für die Kreditmärkte weiter verschlechtern, müsse die Refinanzierung womöglich angepasst werden, was die Kosten erhöhen könnte.

Von den drei größten japanischen Kreditgebern ist Mitsubishi mit etwa 1,8 Milliarden Euro über entsprechende Wertpapiere am stärksten am Markt für zweitklassige US-Hypotheken engagiert. Die Aktien der Bank verloren am Montag fast vier Prozent.

Northern Rock brechen ein

In Großbritannien kämpfte die Hypothekenbank Northern Rock am Montag weiter mit den bisherigen Auswirkungen. Das angeschlagene Geldhaus musste zeitweilig einen neuerlichen Rückgang des Aktienkurses um 13 Prozent verkraften: Am Wochenende waren erneut Befürchtungen aufgekommen, dass sich kein Käufer für das Unternehmen finden lassen werde. Der Kurs des Papiers erholte sich jedoch im Verlauf etwas und lag am Nachmittag rund fünf Prozent im Minus. Northern Rock war wegen der gestiegenen Zinsen am Geldmarkt in Refinanzierungsnöte geraten. Die Bank of England musste deshalb einen Notfall-Kredit bereitstellen.

Die durch massive Ausfälle bei zweitrangigen US-Hypotheken ausgelöste Vertrauenskrise an den Finanzmärkten hat seit einigen Wochen globale Ausmaße angenommen. Die Banken leihen sich untereinander nur noch zögerlich Geld, was zu Liquiditätsengpässen an den Geldmärkten geführt hat. Zentralbanken versuchen, mit niedrigeren Zinsen und Finanzspritzen in Milliardenhöhe gegenzusteuern.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte derweil, dass die volle Wucht der Vertrauenskrise erst im kommenden Jahr zu spüren sein werde. Der Chef des Internationalen Währungsfonds Rodrigo Rato erwartet dabei die schlimmsten Auswirkungen in den USA. Die Korrektur der Märkte sei zwar in Gang, aber der Normalzustand noch nicht erreicht.

„Die Krise hat auch Auswirkungen auf die Realwirtschaft, die 2008 noch stärker spürbar werden und besonders in den USA an Intensität gewinnen“, sagte Rato in Madrid. Eine schnelle Lösung sehe er nicht. Es sei auch noch nicht klar, ob die Krise das Wirtschaftswachstum nur vorübergehend abbremse. Der IWF hat angekündigt, im kommenden Monat seine Wachstumsprognosen für die USA, die Euro-Zone und anderen Regionen zu senken.

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