Sechs Aktionäre laufen Sturm gegen die anstehende Kapitalerhöhung und klagen gegen die Mittelstandsbank. Das könnte Folgen für den laufenden Verkauf der IKB
haben. Auf diese Nachricht reagierte auch die Börse.
HB FRANKFURT. Der Rettungsplan für das angeschlagene Bankhaus könnte ins Schlingern geraten sein. Denn bei der IKB
sind sechs Anfechtungsklagen von Aktionären gegen den Beschluss der Hauptversammlung für die Kapitalerhöhung bekannt. Dies teilte eine Sprecherin am Montag mit. Zugestellt worden seien sie der Düsseldorfer Bank aber noch nicht.
Experten befürchten schwerwiegende Folgen für die IKB
: "Die Klagen halten die Kapitalerhöhung auf", sagte Rechtsanwalt Klaus Nieding. Die für den Sommer geplante Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 1,5 Milliarden Euro könnte sich verzögern - und damit auch den momentan laufenden Verkaufsprozess der IKB
erschweren. Eine Kapitalerhöhung gilt erst dann, wenn sie in das Handelsregister eingetragen ist. Durch ein mögliches Gerichtsverfahren dürfte sich diese Eintragung nach hinten verschieben. Die IKB
ist bis dato anderer Ansicht: Die Anfechtungsklagen hätten keinen Einfluss auf den Zeitplan, heißt es.
An der Börse sorgten die Nachrichten für keine gute Stimmung: Der Aktienkurs der IKB
verlor über ein Prozent auf 3,69 Euro. Analyst Olaf Kayser der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erklärte, er halte die Klagen zwar für unbegründet, dennoch könnten sie den Verkaufsprozess erschweren.
Die KfW, Hauptaktionärin der IKB
, versucht derzeit ihre 45-prozentige Beteiligung zu veräußern. Eine Handvoll Bieter sind Finanzkreisen zufolge noch im Rennen. Ende der Woche will die bundeseigene Förderbank entscheiden, mit wem weiterverhandelt wird. Von der Kapitalerhöhung will die KfW 1,25 Milliarden Euro tragen. Dadurch dürfte sich ihr Anteil an der IKB
auf über 90 Prozent erhöhen.

