Der Finanzvertrieb AWD
leidet unverändert unter der schwachen Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten und Geldanlagen und hat seine Geschäftsziele gesenkt. Das Unternehmen will aber weiter Konkurrenten aufkaufen.
Der Finanzmakler AWD leidet unverändert unter der schwachen Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten und Geldanlagen und hat seine Geschäftsziele gesenkt.
HB HANNOVER. Das zum Versicherer Swiss Life
gehörende Unternehmen senkte am Donnerstag seine Geschäftsziele. In diesem Jahr sei mit einer "etwas schwächeren Umsatzentwicklung" zu rechnen, teilte AWD
in Hannover mit. Bisher war der zweitgrößte deutsche Finanzvertrieb von Erlösen mindestens auf dem Vorjahresniveau von 760 Millionen Euro ausgegangen. Zu den Gewinnaussichten äußerte sich AWD
nicht.
Im ersten Halbjahr brach der Umsatz um 13,5 Prozent auf 336 Millionen Euro ein. Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) und Überschuss halbierten sich jeweils knapp auf 24 und 18 Millionen Euro. Miserable Geschäfte in Großbritannien und Österreich verhagelten AWD
die Bilanz, in Deutschland stagnierte das Geschäft.
Seit der Aufgabe der Unabhängigkeit infolge der Übernahme durch Swiss Life
Ende vergangenen Jahres laufen AWD
Kunden und Mitarbeiter davon. Für eine Finanzberatung von AWD
entschieden sich im Halbjahr zehn Prozent weniger. Die Zahl der Berater, über die AWD
seine Provisionserlöse - die Haupteinnahmequelle - generiert, sank um vier Prozent auf 6060, rechnet man die durch die kürzliche Übernahme des Wettbewerbers Deutsche Proventus dazugekommenen 540 Beschäftigten heraus.
AWD
belastet auch die Muttergesellschaft. Swiss Life
senkte am Donnerstag seine Geschäftsziele für 2008 und 2009. Das hängt nicht zuletzt mit der von AWD
-Chef Carsten Maschmeyer eingefädelten Attacke auf den Rivalen MLP
zusammen. Maschmeyer hatte heimlich ein 27-prozentiges MLP
-Aktienpaket zusammengekauft und an Swiss Life
weitergereicht. Zur Finanzierung des vom MLP
-Management heftig bekämpften Einstiegs hatte Swiss Life
einen Aktienrückkauf auf Eis gelegt, der auf den Gewinn je Aktie einen positiven Effekt gehabt hätte.
AWD
will seiner Linie als aggressiver Käufer von Konkurrenten treu bleiben. "Der Erwerb der Deutsche Proventus AG war ein erster Schritt auf diesem Weg", teilte das Unternehmen mit. Für das Ziel, die Beraterzahl unter anderem mit Übernahmen zu steigern, will AWD
2008 rund 30 Millionen Euro ausgeben. Der Kampf um die besten Köpfe hat sich angesichts neuer gesetzlicher Regelungen noch verschärft. "In einem von Experten als weiterhin schwierig beurteilten Marktumfeld wird sich AWD
auch im zweiten Halbjahr im Schwerpunkt auf den Ausbau der Beratungskapazitäten sowie den Gewinn zusätzlicher Vermittler wie auch auf weitere aktive Maßnahmen in einer sich konsolidierenden Branche konzentrieren", teilte AWD
mit.

