Die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) ist nach dem Rekordjahr 2004 mit zweistelligen Zuwächsen in das erste Quartal gestartet.
pk FRANKFURT/M. Wie Gründer und Vorstandsvorsitzender Reinfried Pohl gestern in Frankfurt mitteilte, erzielten die 32 400 Berater im vergangenen Jahr mit einem Umsatzerlös von 913,8 Mill. Euro ein Plus von knapp 34 Prozent, der Jahresüberschuss erreichte 89,8 (71,2) Mill. Euro. Die Zahlen zeigten eindrucksvoll die Überlegenheit des mobilen Allfinanzvertriebs, sagte Pohl.
Finanzvertriebe wie die DVAG und die beiden börsennotierten Mitbewerber AWD und MLP setzen vor allem den Sparkassen und Volksbanken zu. Deshalb wollen jetzt beispielsweise die öffentlich-rechtlichen Institute mit eigenen Konzepten für die Betreuung in den eigenen vier Wänden der Kunden kontern. Auch die Dresdner Bank will über die Agenturen des Versicherungskonzerns Allianz verlorenes Terrain zurückgewinnen. Pohl blieb angesichts der neuen Herausforderung aber gelassen: „Der Außendienst der Versicherungen wird niemals Bankprodukte verkaufen“, meinte der DVAG-Chef. Für die Zukunft kündigte Pohl verstärkte Vertriebsanstrengungen in der Schweiz und in Österreich an. Die Eidgenossen seien ein lukrativer Markt, da sie viermal so viel für die private Altersvorsorge aufwendeten wie die Deutschen.
Für die AMB Generali Gruppe, die mit knapp 50 Prozent an dem Finanzvertrieb beteiligt ist, sei die DVAG mittlerweile „unverzichtbar“ geworden. Der DVAG-Anteil am Beitragsaufkommen bei den Partnern innerhalb dieser Gruppe sei 2004 auf die neue Rekordmarke von 52,5 Prozent nach 50,5 Prozent im Jahr 2003 geklettert. Im Neugeschäft der Aachen-Münchener Lebensversicherung AG liege der Vermittlungsanteil der DVAG sogar bei jetzt gut 80 Prozent.
Seit Beginn der Kooperation mit der Deutschen Bank im Dezember 2003 seien der Großbank durch die DVAG bereits 300 000 Neukunden zugeführt worden. Den Anteil am Neugeschäft der DWS, der Fondstochter der Deutschen Bank, bezifferte Pohl auf 41 Prozent. An die gesamte DWS-Gruppe habe man 2004 ein Nettomittelaufkommen von 562 Mill. Euro vermittelt, entsprechend einem Zuwachs von 17,5 Prozent.
Harte Kritik übte Pohl an der Versicherungsbranche, die Ende 2004 mit Steuerargumenten einen Lebensversicherungsboom angeheizt habe. Bei der Bevölkerung habe man so den Eindruck erweckt, ab diesem Jahr lohne sich eine Lebensversicherung nicht mehr, was aber falsch sei. Die Branche lebe jetzt noch vom Überhang aus dem vierten Quartal 2004, spätestens im Sommer werde aber der Einbruch kommen.

