Thomas Fischer, der frühere Vorstandschef der WestLB, hat sich nach Angaben seines Rechtsanwalts mit der Bank "auf eine Beendigung des Vertragsverhältnisses und über dessen Abwicklung geeinigt". Die Staatsanwaltschaft erklärte unterdessen, die Einigung zwischen den Parteien sei ihr nicht bekannt.
Wie gehts weiter? Der Vertrag von Ex-WestLB-Vorstand Thomas Fischer wäre bis Ende 2008 gelaufen. Foto: dpa
DÜSSELDORF. In dem Schreiben des Anwalts heißt es weiter, die Bank stelle fest, dass sich "Vermutungen über aktive Beiträge von Herrn Dr. Fischer zu den Fehlspekulationen im Eigenhandel" nicht bestätigt hätten. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG werteten den von Fischer mitverantworteten Jahresabschluss 2006 als "zutreffend und richtig", so die Mitteilung.
Ein Sprecher der Bank sagte aber, man könne lediglich die Vertragsaufhebung bestätigen, darüber hinaus gehende Stellungnahmen und Wertungen gebe man nicht ab. Aufsichtsratschef Michael Breuer war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Somit blieb zunächst offen, ob die Passage mit den entlastenden Feststellungen für Fischer mit dem Aufsichtsrat abgestimmt waren. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fischer wegen des Verdachts auf fehlerhafte Berichterstattung gegenüber dem Aufsichtsrat. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Einigung zwischen den Parteien sei ihr nicht bekannt.
Die Fehlspekulationen mit Vorzugsaktien auf eigene Rechnung hatten der WestLB im vergangenen Jahr einen Verlust von gut 600 Mill. Euro beschert. Fischer und einige Vorstandskollegen mussten daraufhin auf Drängen der Finanzaufsicht BaFin abtreten. Ursprünglich wäre sein Vertrag Ende des Jahres ausgelaufen.
Das Land Nordrhein-Westfalen sucht unterdessen weiterhin einen Partner für die angeschlagene WestLB. Auch nach dem Scheitern der Fusion mit der Helaba und der LBBW wolle NRW seine Landesbank mit einem anderen Institut zusammenführen, sagte Landesfinanzminister Helmut Linssen (CDU). "Jeder verhandelt derzeit mit jedem, mehr kann ich dazu nicht sagen", sagte er.
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