Milliarden-Deals bleiben aus: Das Geschäft der Investmentbanken mit den Finanzinvestoren wird in diesem Jahr enttäuschend verlaufen. Größtes Problem ist die Fremdfinanzierung. Der Markt wird wieder konservativer, die notwendige Eigenkapitalquote bei Private-Equity-Transaktionen steigt.
FRANKFURT. Das Geschäft der Investmentbanken mit den Finanzinvestoren wird in diesem Jahr eher enttäuschend verlaufen. Vor allem das Ausbleiben von Milliarden-Deals wird nach Ansicht von Branchenbeobachtern nicht über eine erhoffte Zunahme bei mittelgroßen Transaktionen ausgeglichen werden. Großer Engpass bleibt die Fremdfinanzierung im Markt; Alleingänge von Banken bei der Bereitstellung von Übernahmekrediten sind weiterhin kaum vorstellbar. "Club-Deals der Banken bei Krediten kommen immer mehr in Mode, um die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Eine Platzierung von syndizierten Krediten am Markt bleibt ab einem Volumen von rund einer Milliarde Euro weiterhin schwierig", sagt Joachim von Schorlemer, Deutschlandchef der französischen Bankengruppe BNPGenerell ist die Zeit der laxen Regeln bei der Fremdfinanzierung vorbei, es wird wieder mehr Wert auf konservative Strukturen gelegt. "Eine Eigenkapitalquote von 30 bis 35 Prozent bei Private- Equity-Transaktionen ist inzwischen wieder Standard", hat von Schorlemer beobachtet. Das Management der Royal Bank of Scotland,
einem der großen Player im Markt der strukturierten Übernahmefinanzierungen, hatte vergangene Woche gesagt, es könnte sogar Eigenkapitalquoten von 50 Prozent und mehr zum Einsatz kommen.
Der Private-Equity-Markt hangelte sich in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord. Zuletzt erreichte das Buy-out-Volumen - also der Kauf von Konzernteilen oder Mittelständlern - einen Höchststand von 175 Mrd. Euro, durch die Finanzkrise kam es aber schon im vierten Quartal 2007 zu einem spürbaren Rückgang. Stefan Hepp, Chef der schweizerischen SCM Strategic Capital Management, geht für das laufende Jahr von einer spürbaren Abkühlung aus. "Wenn wir 30 Prozent der Deal-Aktivität des vergangenen Jahres erreichen, dann ist das noch relativ optimistisch geschätzt", sagt Hepp. Allerdings bleibe die Anlageklasse für die institutionellen Investoren nach wie vor attraktiv. Die Gebühren für die Beteiligungsmanager würden zwar kaum deutlich zurückgehen, weil sie auf Basis der verwalteten Fondsmilliarden berechnet würden. Dagegen müssten die transaktionsbezogenen Gebühren der Investmentbanken spürbar unter Druck geraten.
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Für Hepp leidet der Finanzierungsmarkt für Private Equity nach wie vor unter der schwierigen Platzierung von Forderungen am Kapitalmarkt, deshalb bleibe die Übernahmefinanzierung derzeit auf die Bilanzkapazität der Banken beschränkt. Für etwas Entlastung könnten die Assekuranzkonzerne sorgen, die als Aufkäufer von Darlehen im Markt auftreten. "Große Versicherungen in Europa kaufen auch direkt erstklassige Kredite mit Tranchen von bis zu 50 Millionen Euro", erläutert BNP
-Manager
von Schorlemer.
Da die strategischen Käufer die Schwäche der Finanzinvestoren ausnutzen und zukaufen könnten, sieht BNP
Paribas weiterhin Wachstum im breiteren Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A). "Wir wollen M&A ausbauen und in der Rangliste dauerhaft unter die ersten zehn Banken in Deutschland kommen", sagt von Schorlemer.

