Franken-Sprung: Schweizer Banken gehen die Euros aus

Franken-Sprung
Schweizer Banken gehen die Euros aus

In der Schweiz hat sich nach dem Kurssprung des Franken die Nachfrage nach Euro-Banknoten dramatisch erhöht. Vor allem grenznahe Banken rationieren die Ausgabe von Euro-Scheinen.
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ZürichDer Kurssprung des Schweizer Frankens zum Euro nach der Abschaffung des Mindestkurses hat in der Schweiz die Nachfrage nach Euro-Banknoten sprunghaft erhöht. Vor allem grenznahen Banken wie der Thurgauer Kantonalbank (TKB) gingen die Euro-Scheine aus. Teilweise wurden sie rationiert. „Wir spürten vor allem gestern aber auch heute eine sehr große Nachfrage nach Euro sowohl bei den Bancomaten als auch an den Bankschaltern“, sagte eine Sprecherin der TKB.

An grenznahen Standorten wie Kreuzlingen am Bodensee seien die Euros ausgegangen. „Wir konnten gestern Abend noch einmal bestellen, haben aber nicht so viel erhalten, wie wir gerne gehabt hätten.“ Schweizer Verbraucher wollen offensichtlich am Wochenende in Scharen nach Deutschland zum Einkaufen pilgern, da es dort wegen des schwächeren Euro für sie nun billiger geworden ist.

Die Kantonalbank von Basel Land wechselt nur noch für bestehende Kunden Franken gegen Euro. „Die Menge der verfügbaren Euro-Noten ist aktuell beschränkt“, teilte die Bank auf ihrer Internet-Seite mit. Es könnten nur noch 1000 Euro pro Kunde und Tag verkauft werden. Geldautomaten würden derzeit nicht mit Euro nachgefüllt. Die Bank empfiehlt ihren Kunden mit Kreditkarten zu zahlen. Leserfotos auf der Website der Zeitung „20Minuten“ zeigten eine Reihe weiterer Banken, die per Aushang schon an der Eingangstür mitteilten, dass keine Euro-Noten mehr zu haben sind.

Die TKB bezieht die Euro von Spezialfirmen wie MSE oder Loomis, die auch den Transport und das Befüllen der Bankautomaten übernehmen. Wie viele Euro bei TKB seit gestern bezogen wurden, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte am Vortag überraschend die Abkehr vom Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro bekanntgegeben. Darauf stürzte die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Franken zeitweise deutlich unter einen Franken ab. Danach pendelte sie sich um die Parität ein. Zuletzt kostete ein Euro noch 0,9980 Franken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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