Die französischen Großbanken verhandeln derzeit über einen gemeinsamen „Conduit“, einen außerbilanziellen Superfonds. Finanzkreise vermuten, dass die Kreditinstitute damit hochwertige Wertpapiere, die von den Märkten abgestraft wurden, günstig einsammeln wollen. Die Banken schweigen.
PARIS. Frankreichs Großbanken diskutieren derzeit die Schaffung eines gemeinsamen außerbilanziellen Superfonds (Conduits). Einen entsprechenden Bericht der Zeitung „Les Echos“ bestätigten Donnerstagabend Bankenkreise dem Handelsblatt. Entgegen dem Bericht von Les Echos ginge es bei diesen Überlegungen aber nicht um die Sicherstellung von Liquidität, wie etwa in den USA. Ferner seien die Beratungen noch nicht beendet oder gar gescheitert, betonten die Kreise.
BNP
Conduits sind außerbilanzielle Investmentvehikel, die Wertpapiere wie forderungsbesicherte Anleihen kaufen, und diese Käufe über die Ausgabe an kurzlaufenden Anleihen (Commercial Papers) finanzieren. Da diese Investmentvehikel an eine Großbank angelehnt sind, die für die Liquiditätsversorgung steht, genießen die Commercial Papers gute Ratings und können mit vergleichsweise niedrigen Zinsen platziert werden.
Bild für Bild: Die Opfer der Subprime-Krise
Da im Zuge der US-Hypothekenkrise Investoren sowohl forderungsbesicherte Anleihen als auch Commercial Papers meiden, sind einige dieser Investmentvehikel in Schwierigkeiten geraten. In den USA arbeiten Großbanken mit Unterstützung des Staates daran, einen gemeinsamen Superfonds zu gründen, in denen die Banken ihre Conduit-Engagements einbringen können. Durch diese Bündelung von Risiken soll das Vertrauen der Anleger in das Finanzsystem wieder hergestellt werden.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Frankreichs Banken sind bisher mit einem blauen Auge davon gekommen

