Die französische Börsenaufsicht AMF soll Untersuchungen gegen mehrere französische Banken eingeleitet haben. Dabei geht es vor dem Hintergrund der Subprime-Krise um die Frage, wie gut die Kreditinstitute den Markt über Risiken informiert haben. Bisher hat die AMF allerdings keine Strafverfahren eingeleitet.
PARIS. Das berichtet die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" mit Bezug auf "gut informierte Quellen". Bisher hat sich AMF noch nicht offiziell dazu geäußert.
Bei der Untersuchung soll geklärt werden, ob die Informationen der Banken im Bezug auf die amerikanische Kreditkrise vollständig und zuverlässig waren. Vor allem bei den Produkten, die durch die Subprime-Krise in Verruf geraten sind, soll geprüft werden, wie sie auf dem Markt angeboten wurden. Die Frage ist auch, ob die Investoren rechtzeitig informiert wurden.
Im Visier der Börsenpolizisten sollen mehrere große Banken sein, unter anderem Société Générale
, Crédit Agricole
und Natixis
. Die BNP
Paribas soll nach den Informationen nicht auf der Liste der Geldinstitute stehen, bei denen ermittelt wird. Offenbar hat sie laut AMF ein geringeres Risikoprofil.
Natixis
war in den vergangenen Tagen schon aufgrund einer geplanten Kapitalerhöhung in den Schlagzeilen. Ursache sind neue Verluste im Zuge der Finanzkrise. Auch Crédit Agricole
hat mit ihrer Tochter Calyon Milliarden-Verluste im Investment-Banking gemacht. Société Générale
wurde Anfang des Jahres schon durch die Affäre Kerviel erschüttert, ein Börsenhändler soll Milliardenverluste eingefahren haben.
Bei der AMF geht es zur Zeit allerdings nicht um umfassende Untersuchungen wie sie bei den Banken in den USA vom FBI geführt werden. Die amerikanischen Behörden untersuchen einen eventuellen Betrug. In Frankreich soll im Moment nur geprüft werden, ob die Praktiken der Finanzkommunikation den geltenden Regeln entsprechen.
Sollte es sich allerdings herausstellen, dass AMF schwerwiegende Verstöße aufdeckt, könnte es zu Justizverfahren gegen die Banken und die mutmaßlichen Verantwortlichen kommen. Bisher ist es dafür aber noch zu früh. Die Untersuchungen sollen erst vor einigen Wochen begonnen haben.

