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03.08.2006 
Regierung gibt Anteile ab

Franzosen kaufen Emporiki

von Gerd Höhler

Die Übernahme der Emporiki Bank, Griechenlands fünftgrößtem Kreditinstitut, durch die französische Großbank Credit Agricole ist in trockenen Tüchern. Die Athener Regierung beschloss am Dienstagabend, die vom Staat direkt gehaltenen 11,01 Prozent an der Emporiki für 25 Euro je Aktie an die Franzosen zu übertragen.

ATHEN. "Das Angebot ist fair, es entspricht dem tatsächlichen Wert der Bank", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Giorgos Alogoskoufis dem Handelsblatt. Die Regierung empfahl auch den anderen Aktionären, das Angebot anzunehmen.

Indirekt kontrolliert der Staat über Pensionskassen und staatliche Unternehmen weitere 31,13 Prozent der Emporiki. Jeweils rund 20 Prozent befinden sich in den Händen institutioneller Investoren und im Besitz von Kleinanlegern. Am Mittwoch beschloss auch die griechische Arbeitsverwaltung OAED, ihren Emporiki-Anteil von 5,43 Prozent an die Franzosen zu verkaufen. An der Börse hat Credit Agricole ihren Anteil an Emporiki bereits auf 13,4 Prozent aufgestockt.

Die Privatisierung der Bank stößt allerdings bei großen Teilen der Belegschaft auf Widerstand. Die meisten Emporiki-Filialen blieben am Dienstag und Mittwoch geschlossen, weil Beschäftigte mit Streiks gegen den Verkauf des Instituts protestierten.

Der Finanzminister hingegen erhofft sich vom Einstieg der Franzosen mehr Wettbewerb auf dem heimischen Bankensektor: "Emporiki dürfte mit der Übernahme zu einem schlankeren und aggressiveren Wettbewerber werden", sagte Alogoskoufis. "Das wird den Druck auf die anderen Banken verstärken - zum Nutzen der Verbraucher und der Wirtschaft." Der Minister erwartet, dass Emporiki jetzt stärker in die anderen Märkte Südosteuropas expandieren werde. Die Bank ist bereits mit Zweigstellen in Albanien, Bulgarien und Rumänien vertreten, allerdings weniger stark als andere griechische Großbanken.

Die Übernahme der Emporiki hat ein Volumen von fast zwei Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts und ist damit eine der bisher größten ausländischen Direktinvestitionen in Griechenland. "Wir sehen darin ein klares Vertrauensvotum für die griechische Wirtschaft", sagte Alogoskoufis. Diese Investition werde Signalwirkung weit über den Bankensektor hinaus haben: "Sie schafft gute Voraussetzungen für künftige strategische Investitionen, wie zum Beispiel bei der für das kommende Jahr geplanten weiteren Privatisierung von Hellenic Telecom."

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