Buddy Piszel sieht die Immobilienkrise in den USA noch lange nicht beendet. Der Finanzchef von Freddie Mac
glaubt, dass die Preise weiter fallen werden. Dennoch ist er optimistisch.
FRANKFURT. Die Immobilienkrise in den USA ist nach Einschätzung des amerikanischen Hypothekenfinanzierers Freddie Mac
noch lange nicht beendet. „Wir haben erst gut die Hälfte des Verfalls der Hauspreise hinter uns“, sagte Buddy Piszel, Finanzvorstand von Freddie Mac
in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. In den vergangenen zwölf Monaten bis Ende März sind die Preise auf dem US-Immobilienmarkt nach dem Index von Freddie Mac
um 8,2 Prozent eingebrochen. Dabei sind die um mehr als 20 Prozent kollabierten Märkte in Kalifornien und Arizona unterrepräsentiert, weil Freddie Mac
dort vergleichsweise wenige Hypotheken gekauft oder garantiert hat.
Piszel erwartet ein Abrutschen der US-Immobilienpreise um bis zu 15 Prozent. Der Zeitpunkt dafür sei allerdings noch nicht absehbar, und dies verstärke die allgemeine Unsicherheit. Die Krise auf dem US-Immobilienmarkt hatte Freddie Mac
im dritten und vierten Quartal 2007 Rekordverluste von 2,02 und 2,45 Mrd. Dollar beschert. Im ersten Quartal wies der Hypothekefinanzierer noch einen Verlust von 151 Mill. Dollar aus. Die Aktie von Freddie Mac
ist in diesem Jahr um 43 Prozent eingebrochen.
Trotzdem sieht Piszel die Krise auch als Chance: „Die Lage ist besser, als sie scheint“, sagte der Finanzvorstand. Schärfere Kreditvergabestandards, höhere Margen und ein stark wachsendes Neugeschäft sollten die Aussichten für den Hypothekenfinanzierer verbessern. Von Januar bis Mitte Mai hat Freddie Mac
laut Piszel neue Hypotheken über rund 100 Mrd. Dollar gekauft und damit wesentlich mehr als in den ersten fünf Monaten der vergangenen Jahre. Dabei hat sich die Qualität der aufgekauften Kredite deutlich verbessert. Im gebeutelten Subprime-Segment für extrem schwache Schuldner ist Freddie Mac
nicht aktiv.
Freddie Mac
und die noch größere Schwesterorganisation Fannie Mae
sind die wichtigsten Hypothekenfinanzier in den USA. Sie wurden in den siebziger Jahren von der amerikanischen Regierung ins Leben gerufen, um privaten Häuslebauern günstige Kredite zu ermöglichen. Die Finanzierer kaufen Banken und anderen Kreditinstituten Hypotheken ab oder garantieren für sie. Zum Teil bündeln und verkaufen sie die Kredite und reichen sie als Wertpapiere an Investoren weiter.

