Die Krise an den Kreditmärkten bringt Citigroup
-Chef Charles Prince in immer größere Bedrängnis. Nach Für den ungebremsten Fall des Aktienkurses der weltgrößten Bank machen immer mehr Investoren und Analysten den Bankchef verantwortlich: Er gilt als Hauptschuldiger für den Vertrauensverlust, den sein Institut erlebt.
HB/tor NEW YORK. Der Ruf der Investoren nach seinem Rücktritt wurde in dieser Woche lauter, nachdem Analystenstudien eine schwache Kapitalbasis der größten US-Bank angeprangert hatte. Die Aktien verloren daraufhin am Donnerstag knapp sieben Prozent und brachte Finanzwerte weltweit unter Verkaufsdruck. Vor allem diese Verluste hatten die Aktienmärkte in den USA und in Tokio in die Tiefe gezogen. Auch am Freitag lastete dies noch auf Finanztiteln. Am Donnerstag notierte Citi unter 39 Dollar. Die Citi-Papiere sind 2007 bereits um rund 30 Prozent eingebrochen.
CIBC-Analystin Meredith Whitney hatte am Donnerstag eine Kürzung der Dividende, Beteiligungsverkäufe oder eine Kapitalerhöhung als unausweichlich bezeichnet. Die Bank müsse so dringlich 30 Milliarden Dollar erlösen, um die Kapitalbasis zu stärken. Eine mit der Bank vertraute Person beziffert den Anteil der gesamten Eigenmittel an dem risikogewichteten Vermögen des Instituts auf 10,7 Prozent. Neben den Unwägbarkeiten aus der Kreditkrise werde der Börsenwert der Citigroup
auch von der 25 Mrd. Dollar teuren Expansion unter Konzernchef Charles Prince belastet. "Die Aktie steht unter großem Druck und könnte in den niedrigen 30-Dollar-Bereich fallen", schreibt Whitney.
Wie Whitney stuften auch zwei weitere Analysten ihre Kaufempfehlungen für die Citigroup
herab. Die Experten von Morgan Stanley
und Credit Suisse
sorgen sich ebenfalls über weitere Belastungen der Bank aus der Finanzkrise. Im Zentrum stehen sieben banknahe Investmentvehikel (SIVs), die Vermögenswerte unterschiedlicher Güte von etwa 80 Mrd. Dollar in ihrem Portfolio halten.
Citi hatte die Börse nach dem dritten Quartal mit Abschreibungen von 6,5 Mrd. Dollar geschockt. Der Gewinn der Großbank fiel auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Seit den enormen Wertberichtigungen beim Brokerhaus Merrill Lynch
wird an der Wall Street über weitere böse Überraschungen bei Banken spekuliert. Schon bislang wurden gut 80 Mrd. Dollar an Börsenwert vernichtet.
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