0 Bewertungen
02.11.2007 

Im Brennpunkt steht Citi vor allem, weil die Bank am stärksten bei SIVs engagiert ist. Dabei handelt es sich um Zweckgesellschaften außerhalb der Bilanz, die sich über kurzfristige Schuldverschreibungen finanzieren und das Geld in lang laufende, zum Teil riskante Schuldtitel wie Hypothekenanleihen investieren. Prince versucht das Problem mit einem neuen Rettungsfonds in den Griff zu bekommen, der den SIVs einen Teil der unverkäuflichen Schuldtitel abnehmen soll. Die Bank hat zudem mit Michael Raynes und Nestor Dominguez zwei führende Manager entlassen, die für strukturierte Kreditprodukte verantwortlich waren.

Ob diese personellen Konsequenzen den Citigroup-Chef entlasten können, erscheint jedoch immer unwahrscheinlicher. "Ein Rücktritt von Prince würde einige dunkle Wolken vertreiben, die seit Monaten über der Aktie hängen", sagte Marschall Front, Chef der an Citi beteiligten Investmentfirma Front Barnett Associates. Sollte Prince abtreten, könnten die Papiere umgehend um zehn Prozent steigen, prognostizierte Front. Lee Delaporte vom Handelshaus Dreman Value Management verwies auf den wachsenden Druck in Folge der Kursentwicklung: "Die Aktie kommt langsam an einen Punkt, an dem das Direktorium das Problem Prince nicht mehr ignorieren kann." Ein Citi-Sprecher lehnte einen Kommentar ab. Prince wäre nach Stan O'neal von Merrill Lynch der zwei prominente Wall-Street-Banker, der im Zuge der Hypothekenkrise seinen Hut nehmen müsste.

Prince steht nicht erst seit Ausbruch der Kreditmarktkrise im Feuer der Investoren. Auch schon vorher kritisierten sie die im Branchenvergleich schwache Kursentwicklung der Citi-Aktie. Seit dem Amtsantritt des gelernten Anwalts im Oktober 2003 sind die Papiere um mehr als 15 Prozent gesunken, während der entsprechende Bankenindex Philadelphia KBW um knapp 13 Prozent zulegte. Prince sei es nicht gelungen, den großen Tanker Citigroup nachhaltig voranzubringen, kritisieren Anleger.

Vor allem die Kosten seien aus dem Ruder gelaufen. Dem setzte Prince im Frühjahr ein Umstrukturierungsprogramm entgegen, das unter anderem den Abbau von 17 000 Stellen vorsieht. "Die Ergebnisse kommen aber nicht in Fahrt, daher werden die Forderungen nach einem Abtritt von Prince immer energischer", sagte Anton Schutz, Präsident des Wertpapierhauses Mendon Capital, das Citi-Aktien besitzt.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Vorsorgen statt konsumieren  Artikel in Merkliste

04.12.2008

Dies ist keine Zeit für Anschaffungen und Vergnügungen, glauben viele Deutsche. Das geht jedenfalls aus aktuellen Umfragen hervor. Hoch im Kurs steht hingegen die Vorsorge – für schlechte Zeiten und den Ruhestand. Artikel


Anzeige